Konzern

CHF Mio.

Januar‍ ‍–‍ ‍Juni

Veränderung

Gesamtjahr

 

2022

2021

%

%1)

%2)

2021

Auftragseingang

1’882

1’722

9.3

12.1

10.7

3’948

Nettoumsatz

1’778

1’608

10.6

13.4

12.4

3’176

Auftragsbestand

1’900

1’209

57.1

61.2

58.7

1’873

Betriebsergebnis (EBITDA)

243

221

10.1

  

437

% des Nettoumsatzes

13.7%

13.7%

   

13.7%

Betriebsergebnis (EBIT)

203

179

13.3

  

352

% des Nettoumsatzes

11.4%

11.2%

   

11.1%

Konzernergebnis

154

138

11.6

  

269

% des Nettoumsatzes

8.7%

8.6%

   

8.5%

Gewinn pro Aktie in CHF

14.97

13.40

11.7

  

25.96

Betrieblicher Free Cashflow

−‍162

−‍8

n.a.

  

271

Nettoliquidität

281

329

−‍14.5

  

551

Bilanzsumme

2’793

2’596

7.6

  

2’768

Eigenkapital

1’571

1’489

5.6

  

1’533

Eigenkapitalquote

56.3%

57.3%

   

55.4%

Eigenkapitalrendite (ROE)

18.6%

15.8%

   

18.4%

Betriebliche Netto­aktiven (NOA) Durchschnitt

1’083

1’079

0.4

  

1’052

Nettoaktivenrendite (RONOA) nach Steuern

28.9%

25.1%

   

25.6%

Personalbestand per Stichtag

14’128

13’404

5.4

 

4.9

13’562

1) Bereinigt um Wäh­rungs­effekte
2) Bereinigt um Währungs- und Akqui­si­ti­onseffekte


Im ersten Halbjahr 2022 blieb die Nach­frage nach den Produkten und Dienst­leistungen von Bucher Industries auf sehr hohem Niveau. Der Auf­trags­ein­gang stieg weiter an, wozu alle Di­vi­sio­nen ausser Bucher Hydraulics bei­trugen. Insbesondere Bucher Municipal und Bucher Emhart Glass ver­zeich­ne­ten eine mar­kan­te Zunahme an Bestel­lungen gegen­über der Vor­jahres­periode. Wie die gesamte Industrie weltweit waren die Di­vi­sio­nen mit anhal­ten­den Eng­pässen und Ver­zö­ge­rungen in der Liefer­kette und in der Logistik konfrontiert, welche die Pro­duk­ti­on beein­träch­tigten. Auch die Schwie­rig­kei­ten bei der Rekru­tie­rung von qualifiziertem Personal be­stan­den fort, vor allem in den USA. Der Umsatz wuchs trotzdem erneut, was auf höhere Volumen sowie die gestie­ge­nen Preise zurück­zu­führen war. Bei Bucher Emhart Glass war der Anstieg besonders ausgeprägt. Der Krieg zwischen Russ­land und der Ukraine sowie die rigo­ro­sen COVID-19-Massnahmen in China führten zu Unsi­cher­hei­ten mit spürbaren Folgen für die Liefer­ketten. Die Geschäfts­tätig­keiten in Russ­land wurden erheblich reduziert. Der Auf­trags­be­stand des Konzerns blieb äusserst hoch. Die Betriebs­gewinn­marge stieg gegen­über der guten Vor­jahres­periode leicht an. Gründe für die gute Marge waren die starke Auslastung, die Weitergabe der hohen Material- und Trans­port­kosten sowie die weiter­hin tiefe Kosten­basis. Das Konzern­ergebnis nahm deutlich zu.

Erneute Steigerung der Kapitalrendite

Die Rendite auf dem inves­tier­ten Kapital (RONOA) lag mit 28.9% deutlich über dem langfristigen Zielwert von 20% und damit weit über den Kapitalkosten von 8%. Die erneute Steigerung der Rendite gegen­über der Vor­jahres­periode ist auf die starke Umsatz­zu­nahme bei stabiler Kapital­bindung zurück­zu­führen. Im Vergleich zum Jahres­ende stiegen die betrieb­lichen Netto­aktiven saisonbedingt markant an. Die Zunahme wurde durch die Schwie­rig­kei­ten in der Liefer­kette und Logistik verstärkt und wirkte sich negativ auf den Free Cash­flow aus. Die Nettoliquidität betrug CHF 281 Mio. und wird zum Ende des Jahrs wieder zunehmen. Die Eigenkapitalquote blieb nahezu unverändert bei 56%. Auch in dieser Berichts­periode inves­tier­te der Konzern in Projekte, die länger­fristig den Erfolg sichern sollen. Im Vorder­grund standen das IT-Projekt von Kuhn Group sowie die Bau­pro­jekte von Bucher Hydraulics und Jetter in Deutsch­land.
 

Kuhn Group

CHF Mio.

Januar‍ ‍–‍ ‍Juni

Veränderung

Gesamtjahr

 

2022

2021

%

%1)

2021

Auftragseingang

635

608

4.5

6.0

1’676

Nettoumsatz

799

728

9.8

12.4

1’319

Auftragsbestand

730

467

56.3

58.3

941

Betriebsergebnis (EBITDA)

115

108

5.7

 

196

% des Nettoumsatzes

14.3%

14.9%

  

14.8%

Betriebsergebnis (EBIT)

98

91

7.6

 

161

% des Nettoumsatzes

12.2%

12.5%

  

12.2%

Personalbestand per Stichtag

6’095

5’800

5.1

 

5’832

1) Bereinigt um Wäh­rungs­effekte


Ins­ge­samt erfreuliche Ent­wick­lung in her­aus­forderndem Geschäftsumfeld

Land­ma­schi­nen waren in der ersten Jahres­hälfte 2022 weiter­hin stark nach­ge­fragt, da die land­wirt­schaft­lichen Einkommen auf zufrie­den­stel­len­dem Niveau verblieben. Ein Grund dafür waren die guten Preise für Agrar­produkte. Jedoch kamen die Margen der Landwirte wegen des Kosten­anstiegs für Dünge- und Futtermittel sowie Diesel unter Druck. In diesem Umfeld nahm der Auf­trags­ein­gang von Kuhn Group auf hohem Niveau zu. Der Auf­trags­be­stand blieb auch nach Stornierung von Auf­trägen aus Russ­land und der Ukraine äusserst hoch. Im zweiten Quartal entschärfte sich die Situation in der Liefer­kette teilweise und viele Maschinen konnten fertig montiert und ausgeliefert werden. Ins­ge­samt nahm der Umsatz zu, wozu Bra­si­li­en einen wichtigen Beitrag leistete. Dank der sehr starken Kapazitäts­aus­last­ung und der Weitergabe der massiv gestie­ge­nen Material- und Trans­port­kosten lag die Betriebs­gewinn­marge nahe beim guten Wert der Vor­jahres­periode.
 

Bucher Municipal

CHF Mio.

Januar‍ ‍–‍ ‍Juni

Veränderung

Gesamtjahr

 

2022

2021

%

%1)

2021

Auftragseingang

382

298

28.2

32.6

599

Nettoumsatz

238

256

−‍6.9

−‍3.7

523

Auftragsbestand

368

204

80.3

86.4

237

Betriebsergebnis (EBITDA)

13

22

−‍40.2

 

44

% des Nettoumsatzes

5.5%

8.6%

  

8.4%

Betriebsergebnis (EBIT)

8

17

−‍53.6

 

33

% des Nettoumsatzes

3.2%

6.5%

  

6.3%

Personalbestand per Stichtag

2’377

2’348

1.2

 

2’329

1) Bereinigt um Wäh­rungs­effekte


Grosse Schwie­rig­kei­ten in der Beschaffung

Anhaltend hoch war auch die Nach­frage nach Kom­mu­nal­fahr­zeugen. Der Auf­trags­ein­gang von Bucher Municipal nahm um ein Drittel zu. Die Gross­kehr­fahr­zeuge sowie die Kom­pakt­kehr­fahr­zeuge «CityCat V20» und «CityCat VR50» inklusive der elek­tri­schen Modelle waren wichtige Treiber für diese posi­tive Ent­wick­lung. Die Division war stark von den Schwie­rig­kei­ten in den glo­ba­len Liefer­ketten betroffen. Chassis, Batterien, hydrau­li­sche Kom­po­nen­ten und Elektronik waren weiter­hin schwierig und nur mit Ver­zö­ge­rungen zu beschaffen. Der Umsatz lag ent­spre­chend unter der Vor­jahres­periode, der Auf­trags­be­stand stieg gegen­über Ende 2021 um die Hälfte an. Trotz Weitergabe der höheren Material­preise lag die Betriebs­gewinn­marge deutlich unter der Vor­jahres­periode. Grund dafür waren die Schwie­rig­kei­ten in der Liefer­kette, welche die Effizienz beein­träch­tigten, die Re­duk­ti­on der Tätig­keiten in Russ­land und der ent­spre­chend tiefere Pro­duktions­aus­stoss.
 

Bucher Hydraulics

CHF Mio.

Januar‍ ‍–‍ ‍Juni

Veränderung

Gesamtjahr

 

2022

2021

%

%1)

%2)

2021

Auftragseingang

401

429

−‍6.6

−‍4.9

−‍8.7

856

Nettoumsatz

387

338

14.5

16.1

13.0

681

Auftragsbestand

327

225

45.3

47.4

37.0

320

Betriebsergebnis (EBITDA)

63

57

11.4

  

111

% des Nettoumsatzes

16.3%

16.8%

   

16.3%

Betriebsergebnis (EBIT)

53

46

15.5

  

88

% des Nettoumsatzes

13.7%

13.5%

   

12.9%

Personalbestand per Stichtag

2’926

2’689

8.8

 

7.8

2’825

1) Bereinigt um Wäh­rungs­effekte
2) Bereinigt um Währungs- und Akqui­si­ti­onseffekte


Anhaltend starke Kapazitäts­aus­last­ung

Die Hydraulikmärkte ent­wick­el­ten sich auf aus­ser­or­dent­li­ch hohem Niveau rück­läufig. Der Auf­trags­ein­gang von Bucher Hydraulics nahm ent­spre­chend gegen­über der Vor­jahres­periode ab. Regional gesehen war die Abnahme des Auf­trags­ein­gangs vor allem auf Asien zurück­zu­führen, wo sich bereits Ende 2021 eine Abschwä­ch­ung abgezeichnet hatte, die sich durch die COVID-19-Ein­schrän­kun­gen in China akzen­tu­ier­te. Die Kapa­zi­tä­ten der Division blieben dank des anhal­tend sehr hohen Auf­trags­be­stands stark aus­ge­lastet. Weiterhin bereiteten Engpässe beim Personal und in der Liefer­kette Schwie­rig­kei­ten für die Produktion. Der Umsatz konnte trotzdem erneut gestei­gert werden. Besonders deutlich war der Anstieg in Nord­amerika. Dank des höheren Umsatzes, der guten Kosten­struktur und der Preis­an­passun­gen konnte die Betriebs­gewinn­marge auf dem hohen Niveau der Vor­jahres­periode gehalten werden.
 

Bucher Emhart Glass

CHF Mio.

Januar‍ ‍–‍ ‍Juni

Veränderung

Gesamtjahr

 

2022

2021

%

%1)

2021

Auftragseingang

315

235

34.3

41.6

522

Nettoumsatz

230

172

33.3

39.8

394

Auftragsbestand

358

221

61.8

70.9

285

Betriebsergebnis (EBITDA)

45

28

58.2

 

71

% des Nettoumsatzes

19.4%

16.4%

  

18.1%

Betriebsergebnis (EBIT)

40

24

70.0

 

62

% des Nettoumsatzes

17.5%

13.7%

  

15.8%

Personalbestand per Stichtag

1’594

1’565

1.9

 

1’563

1) Bereinigt um Wäh­rungs­effekte


Ausserordentlich gute Umsatzent­wick­lung

Die Division startete sehr gut ins Jahr. Die Kund­schaft von Bucher Emhart Glass gab Projekte frei, um den Maschinenpark zu modernisieren und auszubauen, und inves­tier­te auch in komplett neue Pro­duk­ti­ons­stand­orte. Der Auf­trags­ein­gang der Division stieg um ein Drittel und dies auf bereits gutem Niveau. Die Nach­frage war in allen wichtigen Regio­nen hoch, so auch in Asien, wo im Vorjahr noch eine Zurück­haltung zu spüren gewesen war. Der Umsatz wuchs um ein Drittel gegen­über der noch tiefen Vor­jahres­periode. Die Kapa­zi­tä­ten waren sehr gut aus­ge­lastet und der Auf­trags­be­stand stieg gegen­über Ende 2021 deutlich an. Schwie­rig­kei­ten bereiteten nach wie vor die Engpässe in der Logistik und in der Liefer­kette. Die Betriebs­gewinn­marge stieg von bereits aus­ser­or­dent­li­ch hohem Niveau noch einmal an. Gründe waren das hohe Umsatz­volumen bei einer weiter­hin tiefen Kosten­basis, eine ver­bes­ser­te Effizienz sowie ein ins­gesamt vorteilhafter Produkte- und Projekte­mix.
 

Bucher Specials

CHF Mio.

Januar‍ ‍–‍ ‍Juni

Veränderung

Gesamtjahr

 

2022

2021

%

%1)

%2)

2021

Auftragseingang

181

179

1.2

3.9

−‍0.8

366

Nettoumsatz

159

149

6.6

9.3

6.0

321

Auftragsbestand

144

106

36.4

40.5

33.3

121

Betriebsergebnis (EBITDA)

14

14

1.4

  

32

% des Nettoumsatzes

9.0%

9.4%

   

10.0%

Betriebsergebnis (EBIT)

12

12

1.7

  

28

% des Nettoumsatzes

7.5%

7.9%

   

8.6%

Personalbestand per Stichtag

1’076

941

14.3

 

9.7

953

1) Bereinigt um Wäh­rungs­effekte
2) Bereinigt um Währungs- und Akqui­si­ti­onseffekte


Ins­ge­samt stabiler Geschäftsverlauf

Die Märkte von Bucher Specials ver­zeich­ne­ten im ersten Halbjahr 2022 unter­schied­liche Ent­wick­lungen. Bei Bucher Vaslin zeigten die Kundinnen weiter­hin ein reges Interesse, jedoch spiegelte sich dies wegen der strapazierten Liefer­kette noch nicht im saisonal geprägten Geschäftsverlauf wider. Bucher Unipektin erlebte ein sehr posi­tives erstes Halbjahr, in dem der Umsatz auch dank des guten Auf­trags­be­stands deutlich gestei­gert werden konnte. Bei Bucher Land­tech­nik war der Geschäfts­gang rück­läufig, dies allerdings auf hohem Niveau und nach einigen Jahren mit sehr gutem Verlauf. Bei Jetter setzte sich der posi­tive Trend aus dem Vorjahr fort. Ins­ge­samt stiegen Auf­trags­ein­gang und Umsatz von Bucher Specials leicht an. Die Betriebs­gewinn­marge lag etwas unter dem Vor­jahres­niveau.
 

Aussichten 2022

Der Konzern erwartet, dass sich die Nach­frage im zweiten Halbjahr auf sehr hohem Niveau abschwächen wird. Dank des aussergewöhnlich hohen Auf­trags­be­stands werden die Kapa­zi­tä­ten stark aus­ge­lastet bleiben. Die Schwie­rig­kei­ten bei der Beschaffung und der Logistik dürften vorerst fortbestehen. Die Knappheit an qua­li­fi­zier­ten Arbeits­kräf­ten wird die Abar­bei­tung des rekord­ho­hen Auf­trags­be­stands erschweren. Die daraus resultierenden Ineffizienzen in der Pro­duk­ti­on sowie die generell stei­gen­de Kosten­basis werden den Druck auf die Margen erhöhen. Dazu kommen die Unsi­cher­hei­ten im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine und den COVID-19-Massnahmen in China. Von diesen Her­aus­forderungen sind alle Di­vi­sio­nen betroffen. Kuhn Group rechnet mit einem Umsatz­anstieg und einer Betriebs­gewinn­marge im zweistelligen Bereich. Bucher Municipal geht von einem Umsatz in der Grös­sen­ord­nung von 2021 aus. Die Betriebs­gewinn­marge sollte dank der im Vorjahr umge­setz­ten Effi­zi­enz­mass­nah­men anstei­gen. Bucher Hydraulics erwartet, dass der Umsatz zunehmen und die Betriebs­gewinn­marge auf einem vergleichbaren Niveau wie 2021 liegen wird. Bei Bucher Emhart Glass wird der Umsatz deutlich anstei­gen. Aufgrund des veränderten Produktemix sowie der generell stei­gen­den Kosten­basis dürfte die Betriebs­gewinn­marge in der Grös­sen­ord­nung des Vorjahrs ausfallen. Bucher Specials rechnet mit einem stei­gen­den Umsatz und einer Betriebs­gewinn­marge in der Grös­sen­ord­nung von 2021. Der Konzern erwartet im Vergleich zu 2021 einen höheren Umsatz und eine etwas tiefere, zweistellige Betriebs­gewinn­marge. Das Konzern­ergebnis dürfte den hohen Wert des Vorjahrs erreichen.


Der Halbjahresbericht sowie das Investor-Relations-Handout zum Halbjahresergebnis 2022 (englisch) sind auf bucherindustries.com unter «Mediendossiers» verfügbar.

 

Kontakt für Investoren und Finanzanalysten

Manuela Suter, CFO

T +41 58 750 15 50

ir@bucherindustries.com

 

Kontakt für Medien

Silvia Oppliger, Leiterin Konzernkommunikation

T +41 58 750 15 40

media@bucherindustries.com


Zusätzliche Führungskennzahlen: Bucher Industries verwendet intern und extern Kennzahlen, die nicht von Swiss GAAP FER definiert sind. Die Zusammensetzung und die Berechnung der einzelnen Kennzahlen sind auf bucherindustries.com/de/zusaetzliche-fuehrungskennzahlen aufgeführt.