Verhaltene Marktstimmung

Im ersten Halbjahr 2015 haben sich die Hauptmärkte von Bucher Industries verschieden entwickelt. Die Konjunktur in Europa blieb verhalten, in Nordamerika entwickelte sich die Nachfrage in den Marktsegmenten des Konzerns unterschiedlich. Brasilien fiel in die Rezession, und in China zeigten sich keine Anzeichen einer Erholung. Im grössten Marktsegment Landmaschinen dämpften sinkende Getreidepreise und tiefere Einkommen der Landwirte deren Investitionsbereitschaft.

Geschäftsgang

In einem insgesamt verhaltenen Marktumfeld hat sich der Auftragseingang des Konzerns in Lokalwährung um 6% abgeschwächt. Dank guter Positionen in den Hauptmärkten ging der Umsatz in Lokalwährungen nur um 2% zurück. Bucher Municipal, Bucher Hydraulics und Bucher Emhart Glass konnten ihre Betriebsgewinnmarge verbessern. Diese gute Leistung konnte den Rückgang bei Kuhn Group und Bucher Specials jedoch nicht kompensieren. Währungseinflüsse, die konjunkturelle Entwicklung, anhaltender Konkurrenz- und Margendruck sowie einzelne, nicht ausgelastete Werke führten deshalb zur Abnahme des Betriebs- und Konzernergebnisses.

Währungseinflüsse

Die starke Aufwertung des Schweizer Frankens prägte die Halbjahreszahlen 2015. Gegenüber dem Durchschnittskurs des Schweizer Frankens in der Vorjahresperiode verlor der Euro in der Berichtsperiode 12% an Wert. Die Erholung des US-Dollars milderte teilweise die Abwertung des Euros. Der Währungseffekt auf den Umsatz betrug  minus 7%. Der Nettoeffekt auf das Betriebsergebnis lag bei minus 11% und auf der Betriebsgewinnmarge bei minus 0.5 Prozentpunkten. Die Hauptgründe für den starken Währungseffekt betrafen die Umrechnung von Fremdwährungen in Schweizer Franken sowie einmalige Abwertungseffekte auf Bilanzpositionen. Die Umrechnungseffekte reduzierten das Eigenkapital um CHF 142 Mio. und erhöhten die Nettoverschuldung um CHF 20 Mio.

Finanzlage

Die saisonale Zunahme des Nettoumlaufvermögens fiel im Vergleich zur Vorjahresperiode geringer aus. Der Free Cashflow verbesserte sich um CHF 68 Mio. und die Nettoverschuldung per 30. Juni 2015 nahm zu, wird jedoch saisonbedingt gegen Ende 2015 markant zurückgehen. Die Rendite auf den betrieblichen Nettoaktiven (RONOA) nach Steuern lag mit 13% deutlich über den Kapitalkosten. Der Konzern ist mit einer Eigenkapitalrendite von 16%, einer Eigenkapitalquote von 44% und hohen liquiden Mitteln weiterhin sehr robust und für Wachstum gerüstet.

Verwaltungsrat und Konzernleitung

Dr. Jacques Sanche wird als designierter Nachfolger des langjährigen CEO, Philip Mosimann, bereits am 1. September 2015,drei Monate früher als geplant, sein Einführungsprogramm antreten. An der Generalversammlung 2016 wird Philip Mosimann als CEO zurücktreten. Gleichzeitig soll der Generalversammlung vorgeschlagen werden, ihn als neuen Präsidenten des Verwaltungsrats zu wählen.

Schwierige Marktbedingungen

Im ersten Halbjahr 2015 hat sich die rückläufige Nachfrage nach Landmaschinen in den wichtigen Märkten von Kuhn Group fortgesetzt. Besonders stark traf es den Ackerbau. Die Fleisch- und Milchwirtschaft hielt sich dagegen ordentlich. In den USA und Westeuropa war die Nachfrage wegen der hohen Investitionsvolumen in vergangenen Jahren zusätzlich gedämpft. In Brasilien fehlten wegen der Rezession positive Impulse.

Trotz der schwierigen Bedingungen gelang es der Division, die Auswirkungen in Grenzen zu halten. Währungsbereinigt nahm der Umsatz lediglich um 3% ab, der Auftragseingang hingegen lag um 10% unter der Vorjahresperiode. In einigen Kuhn Werken waren die Kapazitäten nicht voll ausgelastet, und die Betriebsgewinnmarge von 11.7% lag um 1.7 Prozentpunkte unter dem hohen Wert der Vorjahresperiode.

Stabiler Markt

Der Markt für Kehrfahrzeuge in Europa und für Müllfahrzeuge in Australien blieb auf tiefem Niveau stabil. Positive Impulse fehlten infolge der milden Winter auch im Geschäft mit Winterdienstgeräten. Im Februar der Berichtsperiode  erhielt die Division einen weiteren Grossauftrag für Kehrfahrzeuge und Winterdienstgeräte von der Stadt Moskau. Dieser belief sich auf CHF 30 Mio. und lag um CHF 23 Mio. unter demjenigen der Vorjahresperiode. 

Dank guter Marktleistung ergab sich in Lokalwährungen eine leichte Umsatzsteigerung, der Auftragseingang gab um knapp 5% nach. Gezielte Massnahmen zur Steigerung der Effizienz verbesserten die Betriebsgewinnmarge deutlich.

Stabiler Geschäftsgang

Im ersten Halbjahr 2015 haben sich die Märkte für hydraulische Systeme und Komponenten unterschiedlich entwickelt. In Nordamerika setzte sich die rege Nachfrage fort, in Europa zog sie nur leicht an. In den Segmenten Fördertechnik und Industriehydraulik war die Nachfrage gut, hingegen spürte Bucher Hydraulics den markanten Rückgang im wichtigen Segment Landtechnik. 

Dank der starken Marktposition in den verschiedenen Anwendungsbereichen konnte die Division in Lokalwährungen den  Umsatz steigern. Der hervorragende Geschäftsgang in Nordamerika glich das sich abkühlende Marktumfeld in Europa aus. Die rege Nachfrage in der Fördertechnik kompensierte fast den markanten Rückgang im Segment Landtechnik. Die Betriebsgewinnmarge lag mit 12.2% über den Erwartungen. Alle Werke, besonders in der Schweiz, in den USA, in Italien, Indien und China, trugen zum erfreulichen Resultat bei.

Forderndes Marktumfeld

Der Markt für Glasformungsmaschinen ist im ersten Halbjahr 2015 insgesamt auf Vorjahresniveau geblieben. Nach mehreren sehr guten Jahren schwächte sich der Markt für Inspektionsmaschinen ab. Überkapazitäten bei den Herstellern von Glasformungsmaschinen verstärkten den Wettbewerbs- und Margendruck. Der chinesische Markt verharrte weiterhin auf tiefem Niveau. Das Ersatzteil- und Servicegeschäft hingegen profitierte weltweit von einer starken Nachfrage. Zusätzlich war es von der guten Zusammenarbeit mit O-I positiv beeinflusst. 

In diesem schwierigen Umfeld hat sich Bucher Emhart Glass gut behauptet. Während der Auftragseingang in Lokalwährungen um gut 5% zunahm, ging er in Schweizer Franken um rund 5% zurück. Dasselbe traf beim Umsatz zu, wobei Währungseinflüsse rund 9% ausmachten. Trotzdem gelang es der Division, die Betriebsgewinnmarge um 2.1 Prozentpunkte auf 6.1% deutlich zu verbessern. Damit zeigte die Neuausrichtung von Bucher Emhart Glass erstmals gute Resultate.

Unterschiedliche Geschäftsentwicklung

Im ersten Halbjahr haben sich die Hauptmärkte von Bucher Specials deutlich verschieden entwickelt. Der Umsatz mit Anlagen zur Weinproduktion blieb in Lokalwährungen auf dem hohen Niveau der Vorjahresperiode. Hingegen musste das Projektgeschäft mit Getränke- und Umwelttechnologien überraschend einen Einbruch hinnehmen, getrieben vom  starken Preiswettbewerb sowie von Projektverschiebungen durch Kunden. Der Geschäftsgang des Schweizer Handelsgeschäfts für Traktoren und Landmaschinen war erfreulich, weil rasche Preisreduktionen zur Weitergabe des Euro-Wechselkursvorteils an die Kunden umgesetzt wurden. Die Nachfrage nach Steuerungslösungen für die Automatisierungstechnik entwickelte sich erwartungsgemäss. 

Der gute und über den Erwartungen liegende Geschäftsgang beim Schweizer Handelsgeschäft konnte den massiven Rückgang im Geschäft mit Getränke- und Umwelttechnologien nicht kompensieren. In Lokalwährungen nahm der Umsatz von Bucher Specials um knapp 3% ab, der Auftragseingang ging um 15% zurück. Die Betriebsgewinnmarge nahm infolge nicht ausgelasteter Kapazitäten und währungsbedingter Einmaleffekte auf 3.5% ab.

Aussichten 2015

Für die zweite Jahreshälfte geht der Konzern nicht von einer Verbesserung des ökonomischen Umfelds aus. Die Unsicherheiten in der Eurozone dürften noch lange anhalten. Die Abschwächung der Nachfrage bei den Landmaschinen könnte sich fortsetzen, je nach Marktentwicklung auch über das Jahresende hinaus. Kuhn Group sollte dank der guten Positionierung in der Fleisch- und Milchwirtschaft den Einbruch im Ackerbau meistern und in Lokalwährungen den Umsatz des Vorjahres nur leicht unterschreiten. Hingegen dürfte die Profitabilität aufgrund der tiefen Auslastung einzelner Werke weiter nachgeben. Bucher Municipal geht von einer Fortsetzung der Geschäftsentwicklung mit leicht tieferer Profitabilität aus und bei Bucher Hydraulics könnte die Nachfrage im zweiten Halbjahr bei anhaltend guter Profitabilität leicht nachgeben. Bucher Emhart Glass erwartet in Lokalwährung eine leichte Steigerung des Umsatzes und aufgrund der wirksam werdenden Restrukturierungsmassnahmen eine markante Verbesserung der Betriebsgewinnmarge. Bucher Specials geht von einem Rückgang des Umsatzes und des Betriebsergebnisses aus. In Lokalwährungen erwartet der Konzern für das gesamte Berichtsjahr 2015 einen Umsatzrückgang und ein tieferes Betriebsergebnis. Die Betriebsgewinnmarge dürfte aufgrund der saisonalen, konjunkturellen und währungsbedingten Effekte unter dem Wert der ersten Jahreshälfte 2015 liegen.

Simply great machines

Bucher Industries ist ein weltweit tätiger Technologiekonzern mit führenden Marktstellungen in Spezialgebieten des Maschinen- und Fahrzeugbaus. Die Aktivitätsgebiete umfassen spezialisierte Landmaschinen, Kommunalfahrzeuge, Hydraulikkomponenten, Produktionsanlagen für die Glasbehälter Industrie, für die Wein- und Fruchtsaftherstellung sowie Automatisierungstechnik. Das Unternehmen ist an der Schweizer Börse kotiert (SIX: BUCN).