Verhaltene Marktstimmung

Die Stimmung in den Märkten von Bucher Industries war im ersten Halbjahr 2016 insgesamt verhalten. Der Rückgang in der Landtechnik setzte sich fort. Neben dem Ackerbau waren nun auch die Milch- und Fleischwirtschaft betroffen. Der Markt für Kommunalfahrzeuge blieb auf tiefem Niveau stabil, das Winterdienstgeschäft spürte jedoch den erneut sehr milden Winter in Europa stark. Die Marktdynamik bei hydraulischen Systemlösungen liess leicht nach. Hingegen zeigte der Markt für Glasformungs- und Inspektionsmaschinen eine leichte Belebung in den aufstrebenden Märkten. Die Nachfrage nach Anlagen zur Weinproduktion, Getränketechnologien sowie nach Industrie- und Automationslösungen war belebt.

Divisionen mit unterschiedlichem Geschäftsgang

In diesem anspruchsvollen Marktumfeld profitierte Bucher Industries von der Diversifikation und den guten Leistungen von Bucher Hydraulics, Bucher Emhart Glass und Bucher Specials. Der Rückgang von Auftragseingang und Umsatz des Konzerns war hauptsächlich auf die schwächere Nachfrage bei Kuhn Group zurückzuführen. Bucher Municipal fehlte der in der Vorjahresperiode eingegangene Grossauftrag der Stadt Moskau von CHF 30 Mio.Die Betriebsgewinnmarge des Konzerns konnte fast auf dem Niveau der Vorjahresperiode gehalten werden. Das Konzernergebnis von CHF 73 Mio. entsprach wie in der Vorjahresperiode 5.9% des Nettoumsatzes.

Finanzlage

Der Free Cashflow betrug im ersten Halbjahr 2016 minus CHF 130 Mio.Die Nettoverschuldung per 30. Juni 2016 lag mit CHF 149 Mio. deutlich unter dem Vorjahreswert und wird sich saisonbedingt gegen Ende 2016 wieder markant reduzieren. Belastet durch die akquisitionsbedingte Zunahme der betrieblichen Nettoaktiven resultierte eine Rendite auf den betrieblichen Nettoaktiven (RONOA) nach Steuern von 12.1%. Mit einer Eigenkapitalquote von 49% und hohen liquiden Mitteln bleiben die finanzielle Unabhängigkeit sowie die Chancen für weiteres Wachstum gesichert.

Verwaltungsrat und Konzernleitung

Am 15. April 2016 wählte die Generalversammlung Philip Mosimann zum Verwaltungsratspräsidenten. Zum selben Zeitpunkt übernahm Jacques Sanche die Funktion als CEO. Christina Johansson nahm am 1. Juli 2016 ihre Tätigkeit als designierte CFO auf. Sie wird am 1. Oktober die CFO-Funktion als Mitglied der Konzernleitung von Roger Baillod übernehmen, der dem Konzern noch bis Ende 2016 für Projekte zur Verfügung stehen wird. Per 1. März 2016übernahm Aurelio Lemos die Leitung der Division Bucher Municipal und wurde zum selben Zeitpunkt Mitglied der Konzernleitung.

Nachfrage weiter rückläufig

Der Markt für Landtechnik schwächte sich in den ersten sechs Monaten weltweit weiter ab. Nebst dem seit 2015 rückläufigen Ackerbau traf es nun auch die Milch- und Fleischwirtschaft, die von erheblicher Überproduktion bei global stagnierender Nachfrage gekennzeichnet waren. Zu dieser Entwicklung führten günstige Wetterbedingungen, das russische Embargo, der wachsende Bestand an Rinderherden sowie ein Milchüberschuss wegen der Aufhebung der Milchkontingentierung in der Europäischen Union. Tiefere Preise für Agrarrohstoffe und damit einhergehend sinkende Einkommen der Landwirte, drosselten die Investitionen in der Landtechnik.

Fokus auf Massnahmen

In diesem schwierigen Umfeld hielt sich Kuhn Group vergleichsweise gut. Der Umsatz profitierte vom Auftragsbestand zu Beginn des Berichtsjahrs und nahm gegenüber der Vorjahresperiode weniger ab als der Auftragseingang. Dank verschiedener Massnahmen hielt die Division die Betriebsgewinnmarge auf gutem Niveau. Wichtig waren dabei insbesondere Programme zur Kostensenkung im Einkauf, eine konsequent optimierte Produktionsplanung und -steuerung, eine gezielte Preis- und Personalpolitik, die Umsetzung breit abgestützter Effizienzprogramme sowie die enge Zusammenarbeit mit Händlern, inklusive Initiativen zur Steuerung von deren Lagerbeständen. Kuhn Group setzte sämtliche Massnahmen mit dem nötigen Mass für einen späteren Aufschwung um.

Stagnierende Märkte

Die Märkte von Bucher Municipal blieben in den ersten sechs Monaten von 2016 gegenüber der Vorjahresperiode auf tiefem Niveau stabil. Die Nachfrage nach Kehrfahrzeugen in Europa und Müllfahrzeugen in Australien war praktisch unverändert, das Winterdienstgeschäft hingegen litt stark wegen des erneut sehr milden Winters in Europa.

Tiefere Profitabilität

Der Umsatz und der Auftragseingang der Division lagen unter der Vorjahresperiode. Gründe dafür waren die strengen Importrestriktionen in Russland und das Fehlen eines Grossauftrags über CHF 30 Mio. im Vergleich zur Vorjahresperiode. Das Geschäft mit Kanalreinigungsfahrzeugen trug mit CHF 20 Mio.zur Umsatzentwicklung bei, vermochte jedoch den Rückgang nicht zu kompensieren. Die tiefe Betriebsgewinnmarge war belastet mit Restrukturierungskosten für die Verlagerung der Kehrfahrzeugproduktion nach Lettland und Grossbritannien, nicht ausgelasteten Kapazitäten im Winterdienstgeschäft sowie Kosten aus der Akquisition und Integration des Geschäfts mit Kanalreinigungsfahrzeugen.

Gewinn von Marktanteilen in rückläufigem Markt

Im ersten Halbjahr 2016 entwickelten sich die Märkte für hydraulische Systemlösungen und Komponenten sowohl in Europa als auch in Amerika insgesamt leicht rückläufig. Positive Zeichen kamen aus China und Indien.

Erfreulicher Geschäftsgang

Bucher Hydraulics setzte sich in den wichtigen Regionen Europa und USA gegen den schwächeren Markttrend durch. Die Division steigerte sowohl den Umsatz als auch den Auftragseingang und gewann in der Berichtsperiode in den Segmenten Fördertechnik, Mobil- und Industriehydraulik Marktanteile dazu. Auch das Segment Landtechnik entwickelte sich gut, während das Segment Baumaschinen stabil blieb. Dank hervorragender Positionierung und innovativen Leistungen gewann Bucher Hydraulics verschiedene neue Kunden dazu, die grössere Serienaufträge platzierten. Eine gute Auslastung in den Werken und eine konsequente Kostenkontrolle führten zu einer Betriebsgewinnmarge leicht über dem Wert in der Vorjahresperiode.

Stabile Märkte

Im ersten Halbjahr blieb das Marktumfeld für Glasformungs- und Inspektionsmaschinen auf stabilem Niveau, einzig in den aufstrebenden Märkten zeigte sich ein leichtes Wachstum. Der chinesische Markt war von Überkapazitäten und Margendruck geprägt. Diese Situation führte zu einer Konsolidierung unter den Anbietern.

Leicht belebter Geschäftsgang

In diesem Umfeld stieg der Auftragseingang von Bucher Emhart Glass, während der Umsatz die Vorjahresperiode noch nicht erreichte. Die Nachfrage nach technologisch hochstehenden Maschinen für die Glasbehälterformung belebte sich, und die Division gewann in diesem Segment Marktanteile dazu. In China stabilisierte sich die Projekttätigkeit auf niedrigem Niveau. Dem Ersatzteil- und Servicegeschäft kam die global breit installierte Basis an Glasformungsmaschinen der Division sowie die gute Zusammenarbeit mit O-I zugute. Die Betriebsgewinnmarge lag leicht über dem Vorjahresniveau. 

Projekttätigkeit zog an

Die Märkte von Bucher Specials entwickelten sich gegenüber der Vorjahresperiode einiges besser. In Europa und in Nordamerika war die Nachfrage nach Weinproduktionsanlagen lebhaft. Das Projektgeschäft mit Getränketechnologien für Fruchtsaft und Bier belebte sich im Verlauf der Berichtsperiode deutlich. Dank guter Leistungen hielt das Schweizer Handelsgeschäft mit Traktoren und spezialisierten Landmaschinen das Niveau der Vorjahresperiode. Ansprechend entwickelte sich auch die Nachfrage nach Steuerungslösungen für die Automatisierungstechnik von Jetter.

Profitabilität markant gesteigert

In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahrs zog der Auftragseingang von Bucher Specials deutlich an. Demgegenüber blieb der Umsatz noch unter der Vorjahresperiode, weil die eingegangenen Projekte von Bucher Unipektin mehrheitlich erst im zweiten Halbjahr zur Auslieferung kommen werden. Mit einer besseren Auslastung der Kapazitäten, strikten Kostenkontrolle und mit eingeleiteten Massnahmen zur Effizienzsteigerung übertraf die Betriebsgewinnmarge der Division die schwache Vorjahresperiode markant.

Aussichten 2016

Für das laufende Berichtsjahr geht der Konzern nicht von einer konjunkturellen Belebung aus. Die Unsicherheiten in der Euro Zone haben sich nach dem Brexit und der angespannten Verschuldungslage einzelner Länder weiter verstärkt. Gegenüber dem Vorjahr erwartet Kuhn Group eine weitere Abschwächung der Nachfrage sowohl im Ackerbau als auch in der Milch- und Fleischwirtschaft. Dank den eingeleiteten Massnahmen rechnet die Division für das gesamte Jahr mit einem Rückgang des Umsatzes und einer Betriebsgewinnmarge im hohen einstelligen Bereich. Bucher Municipal geht für 2016 von einer Steigerung des Umsatzes und einem Rückgang der Profitabilität aus. Diese ist belastet mit Kosten für die Verlagerung der Kehrfahrzeugproduktion, nicht ausgelasteten Kapazitäten im Winterdienstgeschäft sowie Aufwendungen für die Akquisition und Integration des Geschäfts mit Kanalreinigungsfahrzeugen. Bucher Hydraulics erwartet, dass sich der Geschäftsverlauf bis zum Jahresende aus saisonalen Gründen abschwächt und rechnet für das ganze Berichtsjahr mit einer moderaten Steigerung des Umsatzes und einer gehaltenen Betriebsgewinnmarge. Im Vergleich zu 2015 dürfte Bucher Emhart Glass einen höheren Umsatz und eine leicht bessere Profitabilität und Bucher Specials eine Umsatzsteigerung und eine deutlich höhere Betriebsgewinnmarge ausweisen. Insgesamt geht der Konzern für 2016 von einem knapp gehaltenen Umsatz und einer leichten Abnahme von Betriebs- und Konzernergebnis aus.

Simply great machines

Bucher Industries ist ein weltweit tätiger Technologiekonzern mit führenden Marktstellungen in Spezialgebieten des Maschinen- und Fahrzeugbaus. Die Aktivitätsgebiete umfassen spezialisierte Landmaschinen, Kommunalfahrzeuge, Hydraulikkomponenten, Produktionsanlagen für die Glasbehälter Industrie, für die Wein- und Fruchtsaftherstellung sowie Automatisierungstechnik. Das Unternehmen ist an der Schweizer Börse kotiert (SIX: BUCN).