Günstiges Marktumfeld

Die freundliche Marktentwicklung setzte sich im Berichtsjahr fort. Besonders bemerkenswert war der sehr lebhafte Geschäftsgang bei Landmaschinen und Ausrüstungen für die Glasbehälterindustrie. Auch die Nachfrage nach hydraulischen Systemlösungen entwickelte sich trotz einer Abflachung in der zweiten Jahreshälfte gut. Der Markt für Kommunalfahrzeuge blieb überraschend stabil. Einzig die Weinproduktionsanlagen mussten einen Rückgang hinnehmen. Die massive Aufwertung des Schweizer Frankens gegenüber den Hauptwährungen des Konzerns wirkte sich auf den Umsatz mit 12% negativ aus und belastete die Margen bei Exporten aus der Schweiz stark.

Konzern

Bucher Industries wusste das positive Marktumfeld zu nutzen. In Lokalwährungen erzielte der Konzern ein internes Umsatzwachstum von 22%. Akquisitionen und Devestitionen trugen weitere 5% dazu bei. Mit wenigen Ausnahmen waren die Produktionswerke stark ausgelastet, teilweise sogar über die Kapazitätsgrenzen. Entsprechend hoch war die Anzahl der hergestellten und ausgelieferten Produkte, die teilweise das Niveau des Spitzenjahrs 2008 erreichte. Trotz den Nachteilen des starken Schweizer Frankens stieg das Betriebsergebnis um 26% und die Betriebsgewinnmarge von 7.4% auf 8.1%. Geringere Wertschriftenerträge führten zu einem Rückgang des Finanzergebnisses. Die Steuern blieben trotz des höheren Ergebnisses praktisch auf Vorjahresniveau. Mit der Steigerung des Konzernergebnisses um 30% auf CHF 127 Mio.erbrachte der Konzern im vergangenen Geschäftsjahr einen guten Leistungsausweis.

Solide Finanzlage

Nach den beiden Krisenjahren 2009 und 2010 investierte der Konzern im Berichtsjahr CHF 178 Mio. in internes und externes Wachstum. Dabei standen der gezielte Ausbau der Produktionsinfrastruktur, die Modernisierung und Automatisierung der Produktionsmittel sowie ausgewählte Akquisitionen im Vordergrund. Trotz dieser Zukunftsinvestitionen, dem starken Umsatzwachstum und dem Aktienrückkauf, verfügte der Konzern am Ende des Berichtsjahrs über hohe flüssige Mittel von CHF 467 Mio. bei einer geringen Nettoverschuldung von CHF 72 Mio. und einer Eigenkapitalquote von 36.2%.

Gute Bedingungen für Landmaschinen

Im Berichtsjahr profitierte Kuhn Group von der anziehenden Nachfrage in den Hauptmärkten West-, Zentral- und Osteuropa sowie Nordamerika und Brasilien. In Lokalwährungen übertrafen Umsatz und Auftragseingang das Vorjahr deutlich. Die Akquisition der amerikanischen Krause Corporation in Kansas, trug mit CHF 55 Mio. zur guten Entwicklung bei. Kuhn Krause stellt Bodenbearbeitungs- und Getreidedrillmaschinen her und ermöglichte der Division den Eintritt in den nordamerikanischen Getreideanbau. Kuhn Group meisterte den hohen Volumenanstieg dank der grossen Flexibilität in ihren Werken und steigerte das Betriebsergebnis um fast 50%. Die Betriebsgewinnmarge nahm deutlich von 9.2% auf 11.3% zu.

Stabiler Markt für Kommunalfahrzeuge

Der Markt für Kommunalfahrzeuge blieb in Westeuropa bei hohem Preis- und Wettbewerbsdruck auf tiefem Niveau überraschend stabil. Die Nachfrage nach Ausrüstungen für den Winterdienst belebte sich leicht. Bei den Müllfahrzeugen in Australien und den Spezial-Kehrfahrzeugen war die Nachfrage hoch. Ein ausserordentlicher Erfolg war der Zuschlag für einen Grossauftrag der Stadt Moskau von CHF 62 Mio., der im Berichtsjahr zu 20% umsatzwirksam wurde. Mit einem Hauptwerk in der Schweiz war die Division vom starken Schweizer Franken betroffen. Die rasch eingeleiteten und umgesetzten Massnahmen zur Kostenreduktion, die Arbeitszeitverlängerung im Schweizer Werk sowie die im Markt eingeführten neuen Produkte, trugen zum Erhalt der Profitabilität bei. Trotzdem blieb das Betriebsergebnis aufgrund der negativen Währungseffekte leicht unter dem Vorjahr.

Lebhafter Geschäftsverlauf

Die Hauptabsatzmärkte für hydraulische Systemlösungen, insbesondere bei Bau- und Landmaschinen, entwickelten sich lebhaft, obwohl die Dynamik ab dem dritten Quartal auf eine hohe einstellige Wachstumsrate abflachte. Die beiden grossen Schweizer Produktionswerke waren mit ihrem sehr hohen Exportanteil von 90% dem starken Schweizer Franken besonders ausgesetzt. In diesem herausfordernden Umfeld konnte sich die Division behaupten und steigerte Umsatz und Auftragseingang, in Lokalwährungen sogar deutlich. Die im vierten Quartal angelaufene Serienproduktion für einige Grosskunden trug zum guten Geschäftsverlauf bei. Die negativen Währungseffekte konnten trotz dem hohen Einkaufsvolumen im Euro- und US-Dollar-Raum und einer vorübergehenden Arbeitszeitverlängerung in den Schweizer Werken nicht ganz kompensiert werden. Deshalb lagen das Betriebsergebnis sowie die Betriebsgewinnmarge unter dem guten Wert des Vorjahrs.

Dynamischer Geschäftsgang

Nachdem die Glasbehälterindustrie Ende 2010 das Zehnjahrestief überwunden hatte, setzte im Berichtsjahr weltweit ein regelrechter Nachfrageboom nach Anlagen und Maschinen zur Herstellung von Glasbehältern ein. Erst gegen Ende des Berichtsjahrs zeigten sich Zeichen einer Normalisierung. In diesem Umfeld steigerte Emhart Glass den Umsatz um einen Drittel. Die Kapazitäten der Division waren stark ausgelastet. Die Akquisition einer Mehrheitsbeteiligung von 63% an der chinesischen Shandong Sanjin Glass Machinery trug mit CHF 27 Mio. zum Wachstum bei. Mit zwei Produktionswerken in Schweden, die einen bedeutenden Teil der Personalkosten der Division tragen, war Emhart Glass der starken Schwedenkrone im Vergleich zum Euro ausgesetzt. Der hohe Wettbewerbsdruck liess eine Preisanpassung zum Ausgleich der Währungsnachteile nicht zu. Deshalb wurde der Einkauf im Euro- sowie im asiatischen Raum intensiviert und der Ausbau des in Malaysia, das hohen europäischen Qualitätsstandards folgt, vorangetrieben. Dank dieser Massnahmen gelang es Emhart Glass, ohne Berücksichtigung der Restrukturierungskosten von CHF 5 Mio. im Vorjahr, das Betriebsergebnis knapp zu verdoppeln und die Profitabilität stark zu verbessern.

Unterschiedliche Entwicklung

Im Berichtsjahr entwickelten sich die drei Einzelgeschäfte von Bucher Specials unterschiedlich. Die Weinproduktionsanlagen spürten die verkürzte Investitionsperiode infolge der verfrühten Traubenernte in den Hauptmärkten Frankreich und Italien. Ein vorübergehender Subventionsstop in Frankreich schwächte die Nachfrage zusätzlich. Demgegenüber profitierte das Geschäft mit Anlagen für die Herstellung von Fruchtsaft und Instantprodukten von hohen Preisen für Fruchtsaftkonzentrat sowie einem gewissen Nachholbedarf aus früheren Jahren. Das Schweizer Handelsgeschäft mit Traktoren und Landmaschinen blieb auf hohem Niveau stabil. Trotz der schwierigen Marktbedingungen bei den Weinproduktionsanlagen konnte Bucher Specials den Umsatz, den Auftragseingang sowie das Betriebsergebnis gegenüber dem Vorjahr deutlich steigern.

Aussichten 2012

Die Aussichten für das laufende Geschäftsjahr sind wegen der massiven Verschuldung der Industrienationen in Europa und den USA sowie der Instabilität des Euroraums mit Unsicherheiten behaftet und mahnen zur Vorsicht. Andererseits sind auch positive Tendenzen in unseren Absatzmärkten ersichtlich. Für Kuhn Group rechnen wir aufgrund der guten Ertragslage der Landwirte und der hohen Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten mit einem positiven Geschäftsverlauf. Bucher Municipal erwartet eine stabile Marktlage und profitiert von der Abwicklung des Grossauftrags für die Stadt Moskau, was zu einer Verbesserung von Umsatz und Betriebsergebnis führen dürfte. Bucher Hydraulics rechnet mit einer positiven Entwicklung bei den Segmenten Landmaschinen, Fördertechnik und Windkraftanlagen und geht von einer Zunahme von Umsatz und Betriebsergebnis aus. Emhart Glass erwartet ein fortgesetztes Wachstum im asiatischen Raum und eine sich auf hohem Niveau stabilisierende Nachfrage in den übrigen Regionen. Die Division erwartet deshalb eine Umsatzsteigerung und eine weitere Verbesserung der Profitabilität. Bucher Specials geht von einer Erholung bei den Weinproduktionsanlagen und stabilen Bedingungen bei den beiden anderen Einzelgeschäften aus und rechnet mit einem Wachstum von Umsatz und Betriebsergebnis. Insgesamt ist der Konzern für das Geschäftsjahr 2012 vorsichtig optimistisch und erwartet eine Verbesserung von Umsatz, Betriebs- und Konzernergebnis.

Aktienrückkauf

Bucher Industries beendete am 3. Februar 2012 ihr Ende Mai 2011 eingeführtes Aktienrückkaufprogramm. Insgesamt wurden 315 900 Namenaktien entsprechend 2.99% des Aktienkapitals der Gesellschaft, im Wert von CHF 50.2 Mio.zurückgekauft. Der Preis pro Aktie betrug im Durchschnitt CHF 159.00.

Höhere Dividende

Im Hinblick auf das gute Konzernergebnis 2011 und die vorsichtig optimistische Beurteilung der Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr, beantragt der Verwaltungsrat der Generalversammlung vom 12. April 2012 eine Erhöhung der Dividende von CHF 3.00 auf CHF 4.00 pro Aktie.

Generalversammlung

Am 12. April 2012 um 16.00 Uhr findet die ordentliche Generalversammlung der Bucher Industries AG im Hotel Mövenpick in Regensdorf statt. Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung, Claude R. Cornaz und Heinrich Spoerry für eine weitere Amtsdauer von drei Jahren in den Verwaltungsrat zu wählen. Zudem beantragt er, die im Rahmen des Rückkaufprogramms zurückgekauften 315 900 Aktien der Bucher Industries AG, entsprechend 2.99% des Aktienkapitals der Gesellschaft, mittels Kapitalherabsetzung zu vernichten.

Die Einladung zur Generalversammlung wird am 19. März 2012 an die Aktionärinnen und Aktionäre verschickt. Die am 5. April 2012 mit Stimmrecht im Aktienregister eingetragenen Aktionärinnen und Aktionäre sind zur Teilnahme an der Generalversammlung berechtigt. Alle am 13. April 2012 im Aktienregister der Gesellschaft eingetragenen Aktionärinnen und Aktionäre sind dividendenberechtigt. Die Auszahlung der Dividende erfolgt ab 19. April 2012.

Der Geschäftsbericht von Bucher Industries ist ab heute und die Einladung zur Generalversammlung ab 19. März 2012 im Internet unter www.bucherind.com abrufbar. In gedruckter Form steht der Geschäftsbericht ab 19. März 2012 zur Verfügung.

Simply great machines

Bucher Industries ist ein weltweit tätiger Technologiekonzern mit führenden Marktstellungen in Spezialgebieten des Maschinen- und Fahrzeugbaus. Die Aktivitätsgebiete umfassen spezialisierte Landmaschinen, Kommunalfahrzeuge, Hydraulikkomponenten, Produktionsanlagen für die Glasbehälterindustrie sowie für Wein, Fruchtsaft und Instantprodukte. Das Unternehmen ist an der Schweizer Börse kotiert (SIX: BUCN).