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Kennzahlen
Bucher Industries auf Wachstumskurs 
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre
Bucher Industries kehrte im ersten Halbjahr 2011 bei einer breit abgestützten Marktentwicklung auf den Wachstumspfad zurück. Trotz des starken Schweizer Frankens konnte der Konzern die Wettbewerbsfähigkeit beweisen und die Ertragskraft weiter steigern.
Hohe konjunkturelle Dynamik
Das erste Halbjahr 2011 war von einer regional breit abgestützten, hohen konjunkturellen Dynamik in den meisten Hauptmärkten von Bucher Industries gekennzeichnet. Überschattet wurde die positive Entwicklung von den weltpolitischen Ereignissen im arabischen Raum, der hohen Verschuldung europäischer Staaten und der USA sowie von den massiven Schwankungen der Hauptwährungen des Konzerns. Im Vergleich zur Vorjahresperiode stieg der Schweizer Franken gegenüber dem Euro um 12% und nahm auch gegenüber dem US-Dollar, dem britischen Pfund und anderen wichtigen Währungen massiv zu. Die schwedische Krone festigte sich ebenfalls stark. Diese Entwicklung belastete die Margen der Produktionswerke in der Schweiz und in Schweden. Zusätzlich wirkten die Umrechnungseffekte erheblich mindernd auf Umsätze und Ergebnisse ausländischer Tochtergesellschaften.
Starker Geschäftsgang
Bucher Industries behauptete im ersten Halbjahr 2011 die guten Marktpositionen. Alle Divisionen trugen zur signifikanten Zunahme des Auftragseingangs bei. Die Märkte in West- und Osteuropa sowie Nordamerika entwickelten sich erfreulich, Insbesondere stieg die Nachfrage nach spezialisierten Landmaschinen, hydraulischen Komponenten sowie Maschinen für die Glasbehälterindustrie. Wegen der hohen Verschuldung im öffentlichen Sektor blieb die Nachfrage nach Kommunalfahrzeugen verhalten. Die im August 2010 erworbene Unipektin Engineering AG und die Akquisition der amerikanischen Krause Corporation durch Kuhn Group trugen CHF 24.9 Mio. resp. 2.4% zum Umsatz bei. Das chinesische Joint Venture Sanjin wurde per 27. Juni 2011 konsolidiert und wirkte sich deshalb nur auf die Bilanz aus. Die starke Zunahme des Auftragsbestands führte in den Produktionsstätten zu einer vollen, teilweise bis an die Grenze gehenden Auslastung der Kapazitäten. Der starke Aufschwung machte sich in einer deutlichen Belastung der gesamten Lieferkette bemerkbar. Mit vorausschauendem Produktionsmanagement konnten Lieferengpässe weitgehend, längere Liefertermine jedoch nicht ganz vermieden werden. Zur Minderung der massiv ungünstigen Währungsrelationen trugen der international breit diversifizierte Einkauf und die zu Beginn des Jahres getätigten Währungsabsicherungen bei. In diesem anspruchsvollen und komplexen Umfeld gelang es dem Konzern, das Betriebsergebnis, die Betriebsgewinnmarge sowie das Konzernergebnis deutlich zu steigern. Der Personalbestand erhöhte sich um 2 346 auf 10 033 Vollzeitstellen, davon entfielen 1 168 auf das Joint Venture Sanjin und 259 auf die Akquisition von Krause Corporation. Die übrige Zunahme des Personals aus dem organischen Geschäft betraf vorwiegend temporär angestellte Arbeitskräfte.
Bilanz
Aus saisonalen Gründen sowie Zahlungen für die Akquisitionen von Krause Corporation und Sanjin gingen die flüssigen Mittel im ersten Halbjahr 2011 zurück und die Netto-verschuldung nahm zu. Die markant erhöhte Geschäftstätigkeit liess die Warenvorräte stark ansteigen. Das Eigenkapital und die Eigenkapitalquote reduzierten sich trotz des guten Halbjahresergebnisses aufgrund der Umrechnung von Eigenkapital ausländischer Tochtergesellschaften in Schweizer Franken. Die Erstkonsolidierung für Kuhn Krause sowie für das Joint Venture Sanjin, den führenden chinesischen Hersteller von Glasformungsmaschinen, ist wegen der sehr knappen Zeitverhältnisse noch provisorisch.
Aktienrückkauf
In der Berichtsperiode beschloss der Verwaltungsrat der Bucher Industries AG ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 3% des Aktienkapitals der Gesellschaft mit anschliessender Vernichtung der Aktien durch eine Kapitalherabsetzung. Das Rückkaufprogramm wird über eine zweite Handelslinie an der SIX Swiss Exchange abgewickelt. Bis Ende Juni betrug das Rückkaufvolumen 49 600 Aktien bzw. 0.5% des Aktienkapitals mit einem Gesamtwert von CHF 9.5 Mio., was einem Durchschnittskurs von CHF 191.23 pro Aktie entspricht.
Kuhn Group
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Weltweit steigende Nachfrage und höhere Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse sorgten im ersten Halbjahr 2011 für eine zuversichtliche Stimmung bei den Landwirten und begünstigten die Investitionen. Die Hauptabsatzmärkte Westeuropa und USA legten kräftig zu und die Nachfrage in Osteuropa zog wieder deutlich an. Brasilien entwickelte sich aufgrund des starken Reals etwas verhaltener. Kuhn Group konnte dank der starken Marktpräsenz und des breiten, innovativen Produktsortiments diese Marktentwicklung voll nutzen. Der Auftragseingang nahm in Lokalwährungen um über einen Drittel zu und die Umsatzentwicklung kehrte wieder auf einen guten Wachstumspfad zurück. Grund zur Sorge war jedoch die weitverbreitete Trockenheit in der ersten Jahreshälfte. Trotz unvorteilhafter Umrechnungseffekte in Schweizer Franken verbesserten sich der Umsatz und das Betriebsergebnis deutlich und die Betriebsgewinnmarge lag wieder im zweistelligen Bereich. Im ersten Halbjahr 2011 weitete die Division mit einer Akquisition sowie zwei Partnerschaften ihre Marktpräsenz aus. Der Kauf der amerikanischen Krause Corporation in Kansas, USA, verschaffte Kuhn Group den Einstieg in den Ackerbau in Nordamerika und ergänzte das Produktangebot mit auf hohe Traktorleistungen ausgerichtete Bodenbearbeitungs- und Getreidedrillmaschinen. Zudem festigte die Division mit einer Minderheitsbeteiligung an der Rauch Landmaschinenfabrik GmbH in Deutschland ihre bereits bestehende langjährige Partnerschaft auf dem Gebiet der Sä- und Düngungstechnik. Die strategische Zusammenarbeit zwischen Kuhn Group und John Deere umfasst ein Herstellungs- und Lizenzabkommen auf dem Gebiet der Grosspackenpressen. Das Werk Kuhn-Geldrop, Niederlande, erwartet im Herbst 2011 die ersten Aufträge von John Deere mit Auslieferungen im Jahr 2012. Zudem setzte Kuhn Group die Integration der in den Vorjahren akquirierten Geschäftsfelder mit hoher Geschwindigkeit fort.
Bucher Municipal
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Wie erwartet erholte sich der Markt für Kommunalfahrzeuge in der Berichtsperiode infolge der hohen Verschuldung der öffentlichen Hand nicht. Die zur Ausführung kommenden Projekte waren stark umkämpft und der Preiswettbewerb intensivierte sich. Zusätzlich war Bucher Municipal mit einem Hauptwerk in Niederweningen vom starken Schweizer Franken besonders betroffen. Der 2004 begonnene Auf- und Ausbau des Produktionswerks in Lettland, dessen Währung an den Euro gekoppelt ist, konnte im Mai der Berichtsperiode rechtzeitig in Betrieb genommen werden. Dadurch war die Division in der Lage, weitere Tätigkeiten nach Lettland zu verlagern. Die Markteinführung neuer Kehrfahrzeuge sowie gezielte Verkaufsanstrengungen im Neu-, Service- und Ersatzteilgeschäft wirkten der rückläufigen Entwicklung entgegen. Trotz rascher Umsetzung dieser Massnahmen konnten die Währungseffekte nicht kompensiert werden. Der Umsatz blieb knapp unter dem der Vorjahresperiode und das Betriebsergebnis sowie die Betriebsgewinnmarge waren rückläufig. Um den Vertrieb von Johnston Grosskehrfahrzeugen in Nordamerika nach dem Konkurs des bisherigen Importeurs zu sichern, nahm die Division in der Berichtsperiode eine eigene Vertriebs- und Montagestätte in Mooresville, North Carolina, USA, in Betrieb. Das bestehende lokale Händlernetz konnte praktisch lückenlos übernommen werden. Ausser den Start-up-Kosten der eigenen Firma hatte der Konkurs des bisherigen Importeurs dank weitsichtiger und vorsichtiger Geschäftspraxis keine finanziellen Folgen.
Bucher Hydraulics
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Der 2010 einsetzende, starke Aufschwung in den wesentlichen Absatzmärkten von Bucher Hydraulics setzte sich im ersten Halbjahr 2011 fort. Die Nachfrage nach hydraulischen Systemlösungen aus Westeuropa, Nordamerika, China und Indien belebte sich weiter, insbesondere in den Marktsegmenten Bau- und Landmaschinen sowie der Industriehydraulik. Diese hohe Dynamik kommt aufgrund der stark negativen Währungseffekte in den Berichtszahlen nicht zum Ausdruck. Trotzdem stiegen Auftragseingang und Umsatz im Vergleich zum ersten Halbjahr 2010 nochmals deutlich an. Teilweise dürfte die markante Erholung auf einen gewissen Nachholeffekt nach der Krise zurückgehen. Die Nähe zu den Kunden, die hohe Flexibilität und langfristige Projekte von Grosskunden trugen massgeblich zum Erfolg bei. Für das grosse Produktionswerk in Klettgau, Deutschland, sind in den Jahren 2011 und 2012 Investitionen für Kapazitätserweiterungen im Betrag von EUR 9.5 Mio. geplant. Mit zwei wichtigen Produktionsstandorten in der Schweiz, die rund 90% des Produktionsvolumens exportieren, war die Division in besonderem Mass dem starken Schweizer Franken ausgesetzt. Dieser Effekt konnte nur teilweise mit der stark international ausgerichteten Geschäftstätigkeit und einem Einkaufsvolumen von deutlich über 50% aus dem Euroraum kompensiert werden. Deshalb lag die Betriebsgewinnmarge im ersten Halbjahr 2011 unter dem hohen Wert der Vorjahresperiode. Im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2010 konnte die Betriebsgewinnmarge jedoch dank umfangreicher Anstrengungen verbessert werden.
Emhart Glass
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Die spätzyklische und kapitalintensive Glasbehälterindustrie überwand Ende 2010 ein Zehnjahrestief. Der in der Berichtsperiode einsetzende steile Aufschwung war getragen von einer hohen Nachfrage aus Europa, Asien, dem Mittleren Osten und Südamerika. Der Auftragseingang von Emhart Glass, insbesondere für neue Maschinen zur Herstellung von Glasbehältern, stieg steil an und das Wachstum des Umsatzes nahm vom zweiten Quartal an stark zu. Der Absatz mit Ersatzteilen und Serviceleistungen folgte dieser dynamischen Entwicklung. Mit dem ebenfalls kräftig gestiegenen Auftragsbestand waren die Produktionswerke bis an die Kapazitätsgrenzen ausgelastet. Nach der 2010 erfolgten Schliessung des Werks in Italien wurden Komponenten vermehrt in Schweden und Malaysia hergestellt, wobei die Kapazitäten im malaysischen Werk deutlich erweitert wurden. Auch der Einkauf im asiatischen Raum wurde intensiviert. Das Produktionswerk für Neumaschinen und Ersatzteile in Schweden, welches das gesamte Produktionsvolumen exportiert und über einen hohen Einkaufsanteil in Schweden verfügt, war von der starken schwedischen Krone besonders betroffen. Trotzdem gelang es der Division, in die Gewinnzone zurückzukehren. In der Berichtsperiode machte Emhart Glass einen wichtigen strategischen Schritt, indem die Division durch Übernahme einer Beteiligung von 63% an Shandong Sanjin Glass Machinery Co. Ltd. in Zibo, China, im lokalen chinesischen Markt Fuss fasste. Sanjin ist Marktführer in China und stellt auf den chinesischen Markt zugeschnittene, kostengünstige Glasformungsmaschinen und Kühlöfen her. Das Unternehmen erzielte 2010 einen Umsatz von CNY 371 Mio. und eine EBITDA-Marge von rund 12%. Die Transaktion wurde am 27. Juni 2011 vollzogen.
Bucher Specials
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Der Geschäftsgang der Einzelgeschäfte von Bucher Specials war unterschiedlich. Während die Weinproduktionsanlagen einen Rückgang hinnehmen mussten, erholten sich die Fruchtsaftanlagen weitgehend vom zyklische Tief des Vorjahres. Auch das Handelsgeschäft mit Traktoren und Landmaschinen in der Schweiz behauptete sich in der Berichtsperiode gut. Insgesamt konnte Bucher Specials den Auftragseingang und den Umsatz steigern. Das Betriebsergebnis fiel saisonal bedingt negativ aus. Der Rückgang im Auftragseingang von Weinproduktionsanlagen gegenüber der Vorjahresperiode war auf zwei Faktoren zurückzuführen: Frankreich unterbrach aus finanziellen und administrativen Gründen die Subvention von Investitionen an die Winzer während vier bis fünf Monaten. Hinzu kamen die speziellen klimatischen Bedingungen, die eine drei bis vier Wochen frühere Traubenreife erwarten liessen und damit die Saison für Investitionen entsprechend verkürzten. Beide Ereignisse führten in Frankreich zu einem deutlichen Einbruch der Investitionstätigkeit und besonders in Italien zu einem sehr aggressiven Verhalten der Wettbewerber mit enormem Margendruck. Bucher Vaslin hielt im ruinösen Preiskampf nur zurückhaltend mit und verzichtete auf einzelne, unprofitable Aufträge. Ende Januar 2011 kaufte Bucher Vaslin Weinpressen der Marke Sutter und übernahm das Sutter Ersatzteil- und Servicegeschäft. Gegen Ende der Berichtsperiode konnte für die Vermarktung von kommunalen Klärschlammentwässerungsanlagen von Bucher Unipektin eine internationale Vertriebspartnerschaft mit dem französischen Unternehmen Degrémont SA, einer Tochter der Suez Environnement, vereinbart werden. Auf dem Gebiet kommunaler Trinkwasser- und Kläranlagen ist Degrémont einer der weltweit führenden Anbieter und Betreiber.
Aussichten 2011
In der zweiten Jahreshälfte dürfte sich das freundliche Umfeld in den meisten Absatzmärkten von Bucher Industries fortsetzen. Überschattet wird diese positive Dynamik von Unsicherheiten über die nicht vorhersehbaren Konsequenzen der hohen Verschuldung von Industriestaaten Europas und von der USA. Die damit einhergehenden starken Währungsturbulenzen betreffen vorwiegend Produktionsstandorte in der Schweiz und in Schweden, die mit starken Aufwertungen ihrer Währungen zu kämpfen haben. Die Konzernrechnung ist durch Umrechnungseffekte ebenfalls stark betroffen. Deshalb sind die Aussichten mit erheblicher Unsicherheit behaftet. Für 2011 erwartet Kuhn Group auch in der zweiten Jahreshälfte gute Grundbedingungen in der Landwirtschaft und rechnet für das ganze Jahr mit einer Steigerung des Umsatzes und Betriebsergebnisses. Unsicherheiten bestehen einzig in den Auswirkungen der weitverbreiteten Trockenheit des ersten Halbjahres auf die folgenden Ernteperioden. Bucher Hydraulics und Emhart Glass gehen auch von einer Fortsetzung der guten Marktentwicklung, wenn auch in leicht abgeschwächter Form, und einer Zunahme des Umsatzes und des Betriebsergebnisses aus. Bucher Municipal hingegen erwartet wegen der unsicheren Finanzlage der öffentlichen Haushalte einen verhaltenen Geschäftsgang und einen Rückgang des Umsatzes und des Betriebs-ergebnisses. Bucher Specials rechnet dank des anziehenden Geschäftsgangs bei den Fruchtsaftanlagen und trotz anhaltender Investitionsschwäche bei den Weinproduktionsanlagen mit einer Zunahme des Umsatzes und des Betriebsergebnisses. Der Konzern erwartet für 2011 insgesamt eine Fortsetzung des Wachstums von Umsatz und Ergebnis.
Niederweningen, im August 2011
Rolf Broglie
Präsident des Verwaltungsrats
Philip Mosimann
Chief Executive Officer |
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