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Nach dem massiven Einbruch im Vorjahr entwickelten sich im Geschäftsjahr 2010 die Hauptmärkte des Konzerns mehrheitlich positiv, wenn auch mit regionalen Unterschieden. Der Konzern stärkte seine Ertragskraft, obwohl der Umsatz das Vorjahresniveau nicht erreichte. Zudem belasteten hohe Währungsschwankungen die Kennzahlen des Konzerns in Schweizer Franken.

Im Berichtsjahr erzielte Bucher Industries einen Auftragseingang von CHF 2 217 Mio. Die Zunahme betrug 23%, währungsbereinigt 30%. Der Umsatz von CHF 2 034 Mio. lag um 5% unter dem Vorjahr, währungsbereinigt übertraf er den Vorjahreswert knapp. Der Auftragsbestand stieg im Vergleich zum sehr tiefen Niveau des Vorjahres um 31%, währungsbereinigt um 40%, auf CHF 663 Mio. und stellt eine gute Auslastung der Kapazitäten in den ersten Monaten des laufenden Jahres sicher. Das Betriebsergebnis nahm, ohne Berücksichtigung der ausserordentlichen Wertminderungen von CHF 86 Mio. im Vorjahr, um 36% auf CHF 151 Mio. zu und die Betriebsgewinnmarge erhöhte sich von 5.2% auf 7.4%. Die Verbesserung des Betriebs- und Finanzergebnisses führte zu einem erfreulichen Konzernergebnis von CHF 98 Mio.
Erholung der Nachfrage
Bereits zu Beginn des Berichtsjahrs begannen sich die Hauptmärkte von Bucher Industries in Nordamerika und in Asien rasch zu erholen, während die Nachfrage in Westeuropa erst in der zweiten Jahreshälfte anzog. In der südlichen Hemisphäre entwickelten sich die Märkte unterschiedlich, in Osteuropa blieben sie auf tiefem Niveau. Insgesamt zeigte sich das Umfeld für Agrarprodukte und hydraulische Komponenten freundlich. Die Glasbehälterindustrie erholte sich gegen Ende des Berichtsjahrs deutlich. Hingegen nahm der Druck auf den Kommunalbereich wegen der hohen Verschuldung der öffentlichen Hand in Europa und den USA mit den einhergehenden Budgetkürzungen nochmals zu. Die starken Währungsschwankungen mit der massiven Schwäche des Euros und des US-Dollars gegenüber dem Schweizer Franken und der schwedischen Krone belasteten die Margen im Export und wirkten sich bei der Umrechnung in Schweizer Franken deutlich negativ aus.

Gestärkte Ertragskraft
In diesem Umfeld erzielte der Konzern 2010 einen Umsatz von CHF 2 034 Mio. Er lag um 5.1% unter, währungsbereinigt knapp über dem Vorjahreswert. Der Akquisitions- und Devestitionseinfluss auf den Umsatz war mit minus 0.3% vernachlässigbar. Der Auftragseingang stieg markant um 23.3%, währungsbereinigt um 30.4%, auf CHF 2 217 Mio. Der Auftragsbestand stieg um 30.7%, währungsbereinigt um 39.8%, auf CHF 663 Mio. Zur guten Auftragsentwicklung trugen insbesondere Kuhn Group, Bucher Hydraulics und Emhart Glass bei. Die anziehende Nachfrage wirkte sich positiv auf die Beschäftigungslage aus und die Kurzarbeit konnte aufgehoben werden. Zum Jahresende erhöhten sich die Personalkapazitäten des Konzerns um 10.0% auf 7 899 Mitarbeitende. Dank der im Vorjahr umgesetzten Restrukturierungen und der nach wie vor hohen Ausgabendisziplin in allen Geschäftstätigkeiten erzielte der Konzern trotz der währungsbedingten Belastungen ein Betriebsergebnis von CHF 151 Mio. Dies entspricht, ohne Berücksichtigung der ausserordentlichen Wertminderungen im Vorjahr von CHF 86 Mio., einer Zunahme um 35.5% und einer Verbesserung der Betriebsgewinnmarge von 5.2% auf 7.4%. Die im Berichtsjahr getätigten Währungsabsicherungen trugen wesentlich zur Verbesserung des Betriebs- und Finanzergebnisses bei. Insgesamt verbesserte sich das Konzernergebnis um CHF 122 Mio. auf CHF 98 Mio.

Solide Finanzlage
Der Konzern konnte dank systematischer Umsetzung der kostensenkenden und liquiditätswirksamen Massnahmenpläne die Finanzkrise gut meistern und verfügte am Ende des Berichtsjahrs über eine Nettoliquidität von CHF 19 Mio. Dieses sehr erfreuliche Resultat war hauptsächlich auf die Steigerung des Konzernergebnisses und die Reduktion des Nettoumlaufvermögens zurückzuführen. Nach bewusster Zurückhaltung bei den Investitionen im Vorjahr stiegen diese um 12.5% auf CHF 66 Mio. Der bereits im Vorjahr hohe betriebliche Free Cashflow von CHF 183 Mio. konnte mit CHF 202 Mio. nochmals übertroffen werden. Aufgrund dieser guten finanziellen Lage konnten die Finanzschulden um CHF 94 Mio. reduziert werden. Trotz des positiven Konzernergebnisses nahm das Eigenkapital infolge der Umrechnung der Fremdwährungs-Bilanzwerte um CHF 45 Mio. auf CHF 748 Mio. ab. Die Eigenkapitalquote betrug 37.7% gegenüber 37.3% im Vorjahr.

Langfristige industrielle Ausrichtung
Auch im Berichtsjahr setzte der Konzern seine langfristige industrielle Ausrichtung unverändert fort. Dabei steht die Stärkung der bestehenden Geschäfte durch organisches Wachstum im Vordergrund. Wie schon im krisengeplagten Vorjahr wurden Investitionen in Produktinnovation und modernste Produktionsmittel nicht gekürzt und die Divisionen nutzten mit der Einführung neuer Produkte ihre Chancen im Markt. Neben dem internen Wachstum stärkte der Konzern die Positionen in mehreren Märkten zusätzlich mit verschiedenen gezielten Akquisitionen. Kuhn Group trieb die Integration der in den Vorjahren zugekauften Geschäfte mit Pflanzenschutzspritzen und Ballenpressen weiter voran und schloss den Übergang des Vertriebs von Ballenpressen auf das Kuhn-Händlernetz erfolgreich ab. Weiter festigte die Division im laufenden Jahr ihre langjährige Zusammenarbeit mit der deutschen Rauch Landmaschinen GmbH auf dem Gebiet der Düngerstreuer und pneumatischen Sämaschinen durch eine Beteiligung von 24%. Weil diese Beteiligung mittels Kapitalerhöhung erfolgte, flossen diesem Unternehmen erhebliche Mittel zu, die für dessen Weiterentwicklung verwendet werden. Eine weitere Investition betraf die neue Produktionshalle von Bucher Hydraulics in Neuheim, Schweiz, mit rund 4 000 m2 zusätzlicher Produktionsfläche. Nach rund einem Jahr Bauzeit wurde im Juni des Berichtsjahrs die Produktion in der neuen Halle aufgenommen. Mit der Übernahme von Tätigkeiten der auf Fruchtsaftaufbereitung spezialisierten Unipektin Engineering AG in der Schweiz wurden die Aktivitäten mit Anlagen zur Fruchtsaftproduktion auf dem Gebiet der Saftaufbereitung ergänzt. Beide Geschäfte werden unter dem neuen Namen Bucher Unipektin weitergeführt. Das Schweizer Handelsgeschäft mit Traktoren und Landmaschinen richtete sich neu aus und übernahm per 1. September 2010 das gesamte Kuhn-Produktesortiment. Zu Beginn des laufenden Jahrs gab das Geschäft mit Weinproduktionsanlagen, Bucher Vaslin, den Zukauf von Sutter-Weinpressen mit dem dazugehörenden, weltweiten Ersatzteil- und Servicegeschäft bekannt.

Kuhn Group
profitierte von der weltweit anziehenden Nachfrage nach modernen Landmaschinen. Der Auftragseingang stieg um 32.7%, währungsbereinigt um 41.9%, auf CHF 976 Mio. Der Umsatz lag mit CHF 851 Mio. um 10.2%, währungsbereinigt um 4.2%, unter dem Vorjahreswert. Aufgrund der guten Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte stieg der Auftragsbestand um 45.0%, währungsbereinigt um 56.5%, auf CHF 357 Mio. Nachdem sich in Nordamerika die Nachfrage bereits in der ersten Jahreshälfte erholt hatte, folgten in der zweiten Jahreshälfte bei steigenden Preisen für Milch, Weizen, Mais und Soja auch die Märkte in Westeuropa. Trotz ungünstigen Währungsentwicklungen und einem Umsatz unter dem Vorjahreswert steigerte die Division das Betriebsergebnis ohne Berücksichtigung der Wertminderungen im Vorjahr um 10.0% auf CHF 78 Mio. Das hohe Kostenbewusstsein, die umgesetzten Sparmassnahmen und die kontinuierliche Optimierung der Betriebsabläufe trugen wesentlich zu diesem Erfolg bei. Dank hervorragenden Produktionsmanagements und der engen Zusammenarbeit mit ihren Händlern konnte die Division die Lagerbestände in den Werken und Vertriebskanälen auf einem normalen Niveau halten.

Bucher Municipal
spürte die hohe Staatsverschuldung in den Hauptabsatzländern mit den einhergehenden Sparprogrammen der Kommunen. In Europa ging der Markt für Kommunalfahrzeuge nochmals um 8% zurück, nachdem er im Vorjahr bereits um mehr als 20% geschrumpft war. Positiv war die gute Nachfrage nach Ausrüstungen für den Winterdienst aufgrund des langen und harten Winters. Die Division behauptete sich in diesem von steigendem Wettbewerbsdruck gekennzeichneten Umfeld und erzielte einen Umsatz von CHF 373 Mio. Gegenüber dem Vorjahreswert betrug die Abnahme 3.5%, währungsbereinigt 2.1%. Der Auftragseingang stieg um 2.6%, währungs- und devestitionsbereinigt um 6.1%, auf CHF 381 Mio. Der Auftragsbestand von CHF 89 Mio. übertraf das Vorjahr um 9.0%. Die starken Währungsturbulenzen wirkten sich unterschiedlich aus. Während das Werk in England vom günstigen Pfundkurs bei Exporten profitierte, dämpfte der hohe Schweizer Franken die Exporte aus der Schweiz. Der hohe Margendruck konnte durch operative Massnahmen gemildert werden. In diesem angespannten Marktumfeld konnte die Division trotz des Umsatzrückgangs das Betriebsergebnis von CHF 15 Mio. auf CHF 27 Mio. steigern. Im Vorjahr war es mit Restrukturierungskosten von CHF 10 Mio. belastet.

Bucher Hydraulics
wusste im Berichtsjahr dank der hohen Flexibilität den unerwartet starken Aufschwung in den Hauptabsatzgebieten Europa, USA, Indien und China zu nutzen. Die hohe Dynamik der Märkte im ersten Halbjahr schwächte sich im zweiten Halbjahr auf ein nachhaltiges Mass ab. Die Division steigerte den Auftragseingang um 39.8%, währungsbereinigt um 46.6%, auf CHF 387 Mio. Der Umsatz von CHF 371 Mio. übertraf das Vorjahr um 16.1%, währungsbereinigt um 21.7%. Die Umsatzsteigerung bewältigte Bucher Hydraulics vorwiegend mit temporären Personalkapazitäten sowie gezielten Festanstellungen. Der Auftragsbestand entsprach wieder einem normalen Arbeitsvorrat von rund zwei Monaten. Mit guter Auslastung der Produktionswerke sowie den im Vorjahr umgesetzten Massnahmen zur Senkung der Kosten konnten die negativen Auswirkungen des starken Schweizer Frankens weitgehend aufgefangen werden. Die Division erzielte ein erfreuliches Betriebsergebnis von CHF 37 Mio. Die Betriebsgewinnmarge lag mit 10% wieder im zweistelligen Bereich.

Emhart Glass
war im Berichtsjahr noch stark vom Abschwung betroffen. Das Investitionsniveau im spätzyklischen, kapitalintensiven Geschäft mit Maschinen zur Herstellung und Prüfung von Glasbehältern erreichte 2010 ein Zehnjahrestief. Erst in der zweiten Jahreshälfte belebte sich die Projekttätigkeit von Emhart Glass wieder. In diesem schwierigen Marktumfeld erzielte die Division einen Umsatz von CHF 259 Mio., was einem Rückgang von 14.6%, währungsbereinigt von 6.7%, entsprach. Ab Herbst 2010 verbesserte sich der Auftragseingang deutlich und stieg für das ganze Berichtsjahr um 22.7%, währungsbereinigt um 34.0%, auf CHF 285 Mio. Die Division setzte im Berichtsjahr die Vereinfachung ihrer Strukturen fort und schloss das Werk in Italien, was Restrukturierungskosten von CHF 5 Mio. nach sich zog. Mit zwei Hauptwerken in Schweden wirkte sich die massive Verteuerung der Schwedenkrone um 13% im Vergleich zum Euro deutlich auf die Profitabilität aus. Insgesamt lag das Betriebsergebnis mit CHF 3 Mio. nur knapp in der Gewinnzone.

Bucher Specials
Die drei Einzelgeschäfte von Bucher Specials entwickelten sich im Berichtsjahr unterschiedlich. Der gute Geschäftsgang bei den Weinproduktionsanlagen war stark von Produktinnovationen und vom europäischen Subventionsprogramm geprägt. Der Geschäftsgang beim Schweizer Handelsgeschäft für Traktoren und Landmaschinen blieb stabil. Die gute Entwicklung dieser beiden Einzelgeschäfte konnte den starken Rückgang bei Anlagen zur Fruchtsaftproduktion fast kompensieren. In diesem Markt war das Umfeld von tiefen Preisen für Fruchtsaftkonzentrat und von Überinvestitionen der Vorjahre geprägt. Der Umsatz von Bucher Specials ging deshalb um 0.4% auf CHF 187 Mio. zurück. Währungsbereinigt nahm er um 3.4% zu. Der Auftragseingang von CHF 188 Mio. stieg gegenüber dem Vorjahreswert um 3.3%, währungsbereinigt um 7.3%. Das Betriebsergebnis ging aufgrund der schwachen Absatzlage des Fruchtsaftgeschäfts um 14.0% auf CHF 9 Mio. zurück.

Dividende
Basierend auf dem Konzernergebnis des Berichtsjahrs und den verbesserten Aussichten für 2011 sowie der angestrebten kontinuierlichen Dividendenpolitik beantragt der Verwaltungsrat der Generalversammlung vom 14. April 2011 eine Dividende von CHF 3.00 pro Namenaktie. Die Vorjahresdividende betrug CHF 2.00.

Verwaltungsrat und Konzernleitung
Zur Generalversammlung 2011 tritt Thomas W. Hauser als Mitglied und Vizepräsident des Verwaltungsrats infolge Erreichens der reglementarischen Alterslimite zurück. Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung, Michael Hauser als neues Mitglied für eine Amtsdauer von drei Jahren in den Verwaltungsrat zu wählen. Zudem läuft die Amtszeit des Verwaltungsrats Ernst Bärtschi ab. Der Verwaltungsrat beantragt dessen Wiederwahl für eine weitere Amtsdauer von drei Jahren. Der Verwaltungsrat dankt Thomas W. Hauser für die langjährige und engagierte Arbeit für Bucher Industries.

Dank an unsere Mitarbeitenden und Partner
Die im vergangenen Geschäftsjahr gesteigerte Ertragskraft des Konzerns wäre ohne den grossen Einsatz, das Engagement sowie den starken Willen zum Erfolg von allen Mitarbeitenden nicht möglich gewesen. Wir wissen, dass gerade in schwierigen Zeiten dies nicht selbstverständlich ist. Auch unsere Kunden, Geschäftspartner und Aktionäre unterstützten uns mit ihrer professionellen und kompetenten Tatkraft. Die gute Zusammenarbeit und Zuverlässigkeit aller Anspruchsgruppen bilden die Basis für eine weitere, erfolgreiche Zukunft unseres Unternehmens. Wir danken Ihnen allen ausdrücklich.

Ausblick 2011
Bucher Industries erwartet, dass sich im laufenden Jahr die positive Geschäftsentwicklung bei Kuhn Group und Bucher Hydraulics fortsetzt und Emhart Glass von einer stärkeren Nachfrage profitieren kann. Für Bucher Municipal rechnet der Konzern mit einem weiteren Rückgang des Markts aufgrund der schlechten Finanzsituation im öffentlichen Sektor. Bucher Specials dürfte von der anhaltend guten Verfassung des Markts für Weinproduktionsanlagen und der sich erholenden Nachfrage beim Fruchtsaftgeschäft profitieren. Während die Wachstumsaussichten in Lokalwährungen gut sind, bestehen grosse Unsicherheiten bei den Wechselkursen. Währungseffekte könnten deshalb das Wachstum und die Verbesserung des Ergebnisses beeinflussen. Insgesamt erwartet der Konzern bei stabilen Wechselkursen eine Fortsetzung des Wachstums von Umsatz und Ergebnis.

Niederweningen, 16. März 2011


Rolf Broglie
Präsident des Verwaltungsrats

Philip Mosimann
Chief Executive Officer

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Der Jahresbericht ist auch als PDF-Download verfügbar.

Jahresbericht 2010 (358 KB)