Erstes Halbjahr 2017 mit verbessertem Geschäftsverlauf

Im ersten Halbjahr 2017 verbesserten sich der Geschäftsverlauf und vor allem die Aussichten 2017 von Bucher Industries. Zum deutlich gestiegenen Auftragseingang trugen alle Divisionen mit Ausnahme von Bucher Specials bei. Auch der Umsatz des Konzerns stieg im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016. Die Betriebsgewinnmarge bewegte sich auf dem Niveau der Vorjahresperiode.

Konzern

Verbesserte Marktstimmung

Der Konzern profitierte im ersten Halbjahr 2017 von einer positiveren Stimmung in den von ihm bedienten Märkten. In der Landwirtschaft war mehr Zuversicht spürbar. Die höheren Milch- und stabileren Fleischpreise hatten einen positiven Effekt auf die Milch- und Viehwirtschaft. Auch im Ackerbau festigten sich die Preise für Getreide, allerdings aufgrund der weltweit hohen Lagerbestände auf einem tiefen Niveau. In Europa erholte sich der Markt für Kehrfahrzeuge und in Australien erhöhte sich die Nachfrage nach Müllfahrzeugen. Bei den hydraulischen Systemlösungen und Komponenten sowie den Glasformungs- und Inspektionsmaschinen entwickelte sich die Nachfrage erfreulich. Die Situation in den Märkten von Bucher Specials zeigte sich unterschiedlich.

Ansprechender Geschäftsgang

Im ersten Halbjahr 2017 nahm der Auftragseingang von Bucher Industries erfreulich zu. Alle Divisionen trugen dazu bei, mit Ausnahme von Bucher Specials. Kuhn Group verzeichnete vor allem in Nordamerika eine deutliche Steigerung des Auftragseingangs. Das Geschäft mit Kommunalfahrzeugen von Bucher Municipal entwickelte sich in Europa, Australien und Russland ansprechend. Bucher Hydraulics verzeichnete in den Segmenten Baumaschinen, Industriehydraulik, Fördertechnik und Landtechnik mehr Aufträge. Die gute Entwicklung bei den Glasformungsmaschinen sowie deren Ersatzteilen förderte den Geschäftsverlauf von Bucher Emhart Glass. Die vier Geschäftseinheiten von Bucher Specials verhielten sich unterschiedlich. Der Auftragseingang des Konzerns verbesserte sich deutlich, die Zunahme des Umsatzes blieb noch unter derjenigen des Auftragseingangs. Die Betriebsgewinnmarge lag bei 8.7% und war insbesondere durch höhere Materialkosten bei Kuhn Group belastet. Zusätzlich enthielt das Betriebsergebnis einen positiven Einmaleffekt aus der Herabsetzung des Umwandlungssatzes der Schweizer Pensionskasse von CHF 5 Mio. Zusammen mit einem tieferen Finanz- und Steueraufwand stieg das Konzernergebnis deutlich an.

Finanzlage

Die saisonale Zunahme des Nettoumlaufvermögens sowie die Auszahlung der Dividende führte im ersten Halbjahr zu einem negativen Free Cashflow von CHF 79 Mio. Die Nettoliquidität reduzierte sich per 30. Juni 2017 auf minus CHF 16 Mio. Aus saisonalen Gründen wird sich diese gegen Ende 2017 wieder markant erhöhen. Der Konzern investierte in der Berichtsperiode CHF 25 Mio. in organisches Wachstum. Im Vordergrund stand ein Ausbau der Produktionsinfrastruktur sowie die Modernisierung und Automatisierung der Produktionsmittel. Zusätzlich wurde erneut grosser Wert auf die betrieblichen Nettoaktiven gelegt. Zusammen mit dem gestiegenen Betriebsergebnis verbesserte sich die Rendite auf den betrieblichen Nettoaktiven (RONOA) auf 13.6% (Vorjahresperiode 12.1%). Damit lag die Rendite weiterhin deutlich über den Kapitalkosten, jedoch unter dem langfristigen Zielwert von 16%. Mit einer Eigenkapitalquote von 52% und den hohen liquiden Mitteln bleiben die finanzielle Unabhängigkeit sowie das weitere Wachstum gesichert.

Verwaltungsrat

Am 19. April 2017 wählte die Generalversammlung Philip Mosimann erneut zum Verwaltungsratspräsidenten. Alle zur Wiederwahl gestandenen Mitglieder des Verwaltungsrats und des Vergütungsausschusses wurden bestätigt. Ernst Bärtschi stellte sich nach zwölf Jahren nicht mehr zur Wiederwahl.

Kuhn Group

Verbesserte Marktbedingungen

Die Stimmung in der Landwirtschaft war in der ersten Jahreshälfte 2017 deutlich zuversichtlicher. Höhere Milchpreise und stabilere Fleischpreise wirkten sich positiv auf die Milch- und Viehwirtschaft aus. Im Ackerbau stabilisierten sich die Getreidepreise, allerdings auf einem tiefen Niveau infolge weltweit hoher Lagerbestände und einer zurückhaltenden Nachfrage. Die Situation in Westeuropa entwickelte sich generell positiv. Frankreich war jedoch noch von der schlechten Ernte des Jahrs 2016 betroffen. In Nordamerika blieb der Ackerbau infolge der tiefen Getreidepreise und der hohen Lagerbestände unter Druck. Der Markt für Futterernte und Fütterungstechnik verzeichnete eine langsame Erholung.

Starker Zuwachs beim Auftragseingang

Kuhn Group verzeichnete während der ersten Jahreshälfte 2017 eine starke Zunahme des Auftragseingangs. Die positiven Auswirkungen dieser Entwicklung resultierten im Vergleich zur Vorjahresperiode in einer kontinuierlich besseren Ausnutzung der Produktionskapazitäten und in einer Zunahme des Umsatzes. Das Betriebsergebnis erreichte das Vorjahresniveau, während die Betriebsgewinnmarge leicht zurückging. In den letzten sechs Monaten war die Division mit steigenden Stahlpreisen konfrontiert, die im ersten Halbjahr nur teilweise an die Kunden weitergegeben werden konnten. Zudem war der Umsatz in Nordamerika trotz der erfreulichen Zunahme des Auftragseingangs weiter rückläufig. Diese Entwicklungen wirkten sich gesamthaft negativ auf die Betriebsgewinnmarge von Kuhn Group aus, die bei 10.5% lag.

Bucher Municipal

Markt belebt sich

Im ersten Halbjahr 2017 erholte sich in Europa der Markt für Kehrfahrzeuge. Die Nachfrage nach Kanalreinigungsfahrzeugen zeigte sich stabil. Auch der Markt für Winterdienstgeräte blieb im Vergleich zur Vorjahresperiode konstant, bewegte sich aber weiterhin auf einem tiefen Niveau. Die Situation in Russland verbesserte sich und die Nachfrage nach Müllfahrzeugen in Australien erhöhte sich aufgrund einer aufgehellten Konjunktur.

Ansprechende Geschäftsentwicklung

Insgesamt entwickelte sich das Geschäft mit Kommunalfahrzeugen vor allem in Europa, Australien und Russland ansprechend. Der Auftragseingang legte im Vergleich zur Vorjahresperiode deutlich zu. Dazu trugen das organische Wachstum und die Konsolidierung der Akquisitionen aus dem Vorjahr bei. Der Umsatz erhöhte sich nur leicht, jedoch stieg die Auslastung der Werke markant an. Bucher Municipal erzielte eine im Vergleich zur Vorjahresperiode gleichbleibende Betriebsgewinnmarge von 2.4%. Diese war belastet durch die Herausforderung, die Konzentration der Kehrfahrzeugproduktion in Lettland und Grossbritannien parallel zu einem kurzfristig stark angestiegenen Auftragseingang zu meistern.

Bucher Hydraulics

Aufwärtstrend in den Märkten

Der Markt für hydraulische Systemlösungen und Komponenten verzeichnete in praktisch allen Regionen einen deutlichen Aufwärtstrend. Insgesamt entwickelte sich die Nachfrage in Europa und in Nordamerika positiv. Indien profitierte ebenfalls von einem Aufschwung und in China stieg die Nachfrage bei den Baumaschinen aufgrund der wieder ansteigenden Bautätigkeiten. Die Marktsegmente Baumaschinen, Industriehydraulik und Landtechnik legten gegenüber der Vorjahresperiode deutlich zu, aber auch die Fördertechnik zeigte positive Impulse.

Erfreuliche Profitabilität

Bucher Hydraulics blickt auf ein sehr erfolgreiches erstes Halbjahr 2017 zurück. Zum guten Auftragseingang trugen alle Standorte der Division bei. Auch der Umsatz erhöhte sich gegenüber der Vorjahresperiode. Getragen wurde dieses starke Wachstum von der gestiegenen Nachfrage in den Segmenten Baumaschinen, Industriehydraulik, Fördertechnik und Landtechnik. Daraus resultierte eine erfreuliche Betriebsgewinnmarge von 14.3%.

Bucher Emhart Glass

Gute Marktstimmung

Im ersten Halbjahr 2017 entwickelte sich der Markt für Glasformungs- und Inspektionsmaschinen erfreulich. Der wichtige Absatzmarkt Europa blieb auf einem hohen Niveau. In Mittel- und Südamerika sowie in weiten Teilen von Asien stieg die Nachfrage nach Anlagen für die Glasbehälterindustrie. Der chinesische Markt erholte sich langsam, blieb aber auf tiefem Niveau. Die Nachfrage im Ersatzteil- und Servicegeschäft stieg in allen Regionen.

Gestiegener Auftragseingang

Im Vergleich zur Vorjahresperiode erhöhte sich der Auftragseingang von Bucher Emhart Glass im ersten Halbjahr 2017 signifikant. Der Umsatz legte weniger stark zu, weil viele Bestellungen erst im zweiten Halbjahr 2017 ausgeliefert werden. Die generell gute Nachfrage nach Glasformungsmaschinen und nach Ersatzteilen förderte den Geschäftsverlauf der Division. Die bereits im letzten Jahr von der Division begonnene Restrukturierung von Sanjin verlief auch im ersten Halbjahr 2017 planmässig, jedoch mussten Einmalkosten in der Höhe von CHF 2 Mio. im Zusammenhang mit  Lagerbewertungskorrekturen erfasst werden. Diese Kosten sowie die insgesamt geringe Profitabilität von Sanjin resultierten in einer gesunkenen Betriebsgewinnmarge von 4.8%.

Bucher Specials

Heterogene Marktsituation

Die Märkte von Bucher Specials entwickelten sich im ersten Halbjahr 2017 unterschiedlich. Während die Nachfrage nach Weinproduktionsanlagen generell stabil verlief, litt diese im wichtigen Markt Frankreich unter den veränderten Rahmenbedingungen des Macron-Subventionsprogramms und schlechten Wetterbedingungen. Der Markt für Getränketechnologien erholte sich leicht, blieb jedoch volatil aufgrund von kundenseitigen Schwierigkeiten bei Projektfinanzierungen. Der Schweizer Markt für Landtechnik war insgesamt stabil. Die Nachfrage nach Lösungen für die Mobil- und Industrieautomation zeigte sich ansprechend.

Unterschiedliche Geschäftsentwicklung

Im Vergleich zur Vorjahresperiode reduzierte sich der Auftragseingang von Bucher Specials, der Umsatz lag jedoch leicht höher. Die Betriebsgewinnmarge von 5.5% war belastet durch höhere Materialkosten. Zusätzlich wirkten sich zurückgestellte Anwalts- und Verfahrenskosten im Zusammenhang mit der Schweizer Wettbewerbskommission (WEKO) negativ auf das Ergebnis aus. Der Konzern unterstützt die seit März 2017 bei der Bucher Landtechnik AG laufenden Untersuchungen der WEKO und trägt zur Aufklärung der Sachlage bei. Die vier Geschäftseinheiten der Division entwickelten sich unterschiedlich. Während Bucher Vaslin mit den Weinproduktionsanlagen einen stabilen Auftragseingang verzeichnete, lag der Umsatz auf einem tieferen Niveau. Die Getränketechnologien von Bucher Unipektin waren weiterhin mit der Volatilität des Projektgeschäfts konfrontiert. Das Schweizer Handelsgeschäft mit Landmaschinen verbuchte bei einem leicht rückläufigen Auftragseingang einen soliden Umsatz und Jetter setzte das Wachstum mit ihren Lösungen für die Mobil- und Industrieautomation fort.

Aussichten 2017

Für das laufende Jahr rechnet der Konzern mit einem im Jahresvergleich verbesserten Geschäftsverlauf. Kuhn Group erwartet eine fortgesetzte Erholung des Markts für Landtechnik. Die Division geht für das zweite Halbjahr 2017 von stabilen und damit im Vergleich zum Vorjahr gestiegenen Milchpreisen aus, welche die Nachfrage im Markt für Futterernte und Fütterungstechnik weiterhin beleben könnten. Die Preise für Getreide sowie der Markt für Landmaschinen in diesem Bereich dürften volatil bleiben. Für 2017 rechnet die Division mit einer Zunahme des Umsatzes und trotz höherer Materialkosten mit einer im Jahresvergleich höheren Betriebsgewinnmarge. Bucher Municipal erwartet in der zweiten Jahreshälfte eine leicht tiefere Nachfrage nach Kommunalfahrzeugen. Die im laufenden Jahr abzuschliessende Konzentration der Kehrfahrzeugproduktion, der Wegfall der Einmalkosten sowie eine gute Kapazitätsauslastung sollten die Profitabilität begünstigen. Die Division geht deshalb für das gesamte Jahr 2017 von einem höheren Umsatz und einer positiven Entwicklung der Betriebsgewinnmarge aus. Bucher Hydraulics rechnet weiterhin mit einem günstigen Marktumfeld. Die Division dürfte im laufenden Jahr einen gestiegenen Umsatz und aufgrund eines erhöhten Entwicklungsaufwands eine Betriebsgewinnmarge in der Grössenordnung des Vorjahrs erzielen. Bucher Emhart Glass erwartet eine weiterhin gute Nachfrage im Projektgeschäft. Die Division setzt die Massnahmen zur Verbesserung ihrer Profitabilität fort und wird die Restrukturierung des chinesischen Joint Ventures weiterführen. Der hohe Auftragsbestand wird sich im zweiten Halbjahr positiv auf die Umsatzentwicklung auswirken. Für das Jahr 2017 rechnet Bucher Emhart Glass mit einer Umsatzsteigerung und einer leicht höheren Betriebsgewinnmarge. Bucher Specials erwartet dank der Getränketechnologien und der Automationslösungen eine Verbesserung des Geschäftsgangs. Die Division geht für das Jahr 2017 von einem leicht steigenden Umsatz sowie einer leicht tieferen und von Einmalkosten belasteten Betriebsgewinnmarge aus. Insgesamt rechnet der Konzern für das laufende Jahr mit einer Umsatzsteigerung und einer verbesserten Betriebsgewinnmarge.

Simply great machines

Bucher Industries ist ein weltweit tätiger Technologiekonzern mit führenden Marktstellungen in Spezialgebieten des Maschinen- und Fahrzeugbaus. Die Aktivitätsgebiete umfassen spezialisierte Landmaschinen, Kommunalfahrzeuge, Hydraulikkomponenten, Produktionsanlagen für die Glasbehälterindustrie, für die Wein- und Fruchtsaftherstellung sowie Automatisierungstechnik. Das Unternehmen ist an der Schweizer Börse kotiert (SIX: BUCN).

03.08.2017