Geschäftsgang 2016 geprägt von schwacher Landtechnik

Die Geschäftsentwicklung 2016 von Bucher Industries war geprägt von einem fortgesetzten Rückgang im wichtigen Markt der Landtechnik. Der Umsatz unterschritt den Vorjahreswert lediglich um 4%, auch dank Akquisitionen. Die Betriebsgewinnmarge von 7.1% war durch die Umsatzabnahme bei den Landmaschinen und mit Einmalkosten bei den Kommunalfahrzeugen belastet. Das Konzernergebnis betrug CHF 118 Mio. Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung vom 19. April 2017 eine Dividende von CHF 5.00 pro Namenaktie.

Konzern

Marktentwicklung

Im Berichtsjahr war der für Bucher wichtige Markt Landtechnik von der seit Jahren längsten und härtesten globalen Krise betroffen, und der seit 2014 andauernde weltweite Rückgang setzte sich fort. Bei den Kommunalfahrzeugen fehlten im europäischen Markt grössere Ausschreibungen weitgehend. Insgesamt stabil blieben die verschiedenen Marktsegmente für hydraulische Systemlösungen sowie der Markt mit Anlagen für die Glasbehälterindustrie. Die Märkte der Spezialgeschäfte entwickelten sich unterschiedlich, gesamthaft jedoch eher positiv.

Geschäftsgang

Der erfolgreiche Geschäftsverlauf bei den hydraulischen Komponenten, den Anlagen zur Glasbehälterformung und den Spezialgeschäften konnte den Rückgang bei den spezialisierten Landmaschinen von Kuhn Group und die stagnierende Nachfrage bei den Kommunalfahrzeugen nicht ganz kompensieren. In diesem herausfordernden Umfeld erwirtschaftete der Konzern einen Auftragseingang von CHF 2 386 Mio., der um 2% unter dem Wert des Vorjahrs lag. Der Umsatz ging um 4% auf CHF 2 380 Mio. zurück, das Betriebsergebnis erreichte CHF 169 Mio. und die Betriebsgewinnmarge gab auf 7.1% nach. Hauptgründe für den Margenrückgang waren die Abnahme des Umsatzes bei den Landmaschinen sowie Einmalkosten bei den Kommunalfahrzeugen. Das Konzernergebnis erreichte CHF 118 Mio. und der Gewinn pro Aktie betrug CHF 11.73.

Finanzlage

Bucher Industries ist weiterhin sehr gut finanziert. Der Konzern investierte im Berichtsjahr CHF 129 Mio. in organisches Wachstum sowie Akquisitionen. Die betrieblichen Nettoaktiven in Prozent des Nettoumsatzes nahmen um zwei Prozentpunkte auf 54% zu. Aufgrund der gesunkenen Profitabilität und der Akquisitionen resultierte eine Rendite auf den betrieblichen Nettoaktiven nach Steuern (RONOA) von 9.7%. Diese lag damit weiterhin über den Kapitalkosten. Der positive Free Cashflow führte zu einer Nettoliquidität von CHF 61 Mio. Mit einer Eigenkapitalquote von 51% und hohen liquiden Mitteln bleiben die finanzielle Unabhängigkeit des Konzerns sowie die Chancen für weiteres Wachstum gesichert.

Kuhn Group

Marktrückgang in der Landtechnik

Kuhn Group war vom global weiter nachgebenden Markt für Landtechnik betroffen. Rekordernten und eine Überproduktion von landwirtschaftlichen Rohstoffen bei stagnierender Nachfrage führten zu weltweit sinkenden Einkommen der Landwirte und vor allem in Nordamerika zu einem besonders zurückhaltenden Investitionsverhalten. Im Vergleich zum Vorjahr sanken der Auftragseingang um 7% und der Umsatz um 13%. Die Betriebsgewinnmarge ging um zwei Prozentpunkte zurück und erreichte 8.0%, hauptsächlich verursacht durch den Umsatzrückgang in Nordamerika. Deshalb leitete Kuhn Group verschiedene Massnahmen zur Anpassung der Kapazitäten ein.

Bucher Municipal

Herausforderndes Marktumfeld

Bucher Municipal behauptete sich im europäischen Markt für Kommunalfahrzeuge, in dem jedoch grössere Ausschreibungen weitgehend fehlten. Im wichtigen Markt Grossbritannien führten die Unsicherheit bezüglich des Brexit-Entscheids und das schwächere Pfund zu einem langsameren Geschäftsverlauf. In diesem anspruchsvollen Umfeld steigerte die Division mit den Akquisitionen der Geschäfte Kanalreinigungsfahrzeuge und Müllpresscontainer den Auftragseingang um 2% und den Umsatz um 1% und kompensierte den fehlenden Grossauftrag der Stadt Moskau über CHF 30 Mio. aus dem Vorjahr. Die Betriebsgewinnmarge ging auf 3.7% zurück. Sie war belastet durch Einmalkosten von insgesamt CHF 7 Mio. für die laufende Konzentration der Kehrfahrzeugproduktion in Lettland und Grossbritannien, die Akquisition und Integration der Geschäfte mit Kanalreinigungsfahrzeugen und Müllpresscontainern sowie für Initiativen zur Qualitätsverbesserung.

Bucher Hydraulics

Gute Leistung in stabilem Marktumfeld

Bucher Hydraulics steigerte den Auftragseingang um 5% und den Umsatz um 3%. Die Betriebsgewinnmarge übertraf den hohen Wert des Vorjahrs und erreichte 11.9%. Die gute Leistung resultierte aus der erfolgreichen Zusammenarbeit mit den Kunden in den Segmenten Fördertechnik sowie in der Industrie- und Lifthydraulik. Weiter trug die starke Entwicklung im Nischensegment Hochspannungsschalter zum Umsatzwachstum bei. Im Segment Landtechnik profitierte die Division Anfang des Berichtjahrs zunächst von neuen Serienaufträgen, konnte sich jedoch dem rückläufigen Trend in der zweiten Jahreshälfte nicht mehr entziehen. Durch die Frankenstärke waren die Exporte der beiden Schweizer Werke weiterhin belastet.

Bucher Emhart Glass

Verbesserung der Profitabilität

Bucher Emhart Glass steigerte 2016 den Umsatz um 3%. Der Auftragseingang lag projektbedingt um 12% unter dem hohen Vorjahreswert. Vor allem die gute Nachfrage nach technologisch hochstehenden Maschinen zur Herstellung von Glasbehältern in Zentralamerika, die positive Entwicklung im Ersatzteilgeschäft und die enge Zusammenarbeit mit O-I trugen zur Umsatzsteigerung bei. In China dagegen sank die Nachfrage nach Glasformungsmaschinen infolge der konjunkturellen Abschwächung und Überkapazitäten in der Glasbehälterindustrie auf ein tiefes Niveau. Diese Entwicklung belastete die Profitabilität des Joint Ventures mit Sanjin und machte Restrukturierungen notwendig. Hierfür wurden im Berichtsjahr CHF 2 Mio. zurückgestellt. Dennoch steigerte die Division die Betriebsgewinnmarge gegenüber dem Vorjahr von 6.6% auf 7.1%.

Bucher Specials

Märkte entwickelten sich unterschiedlich

Bucher Specials erzielte einen um 21% höheren Auftragseingang als im Vorjahr. Im Vergleich dazu stieg der Umsatz nur um 2%, da ein Teil der eingegangenen Projekte erst 2017 zur Auslieferung kommt. Die Betriebsgewinnmarge übertraf das Vorjahr um drei Prozentpunkte und betrug 8.0%. Der Geschäftsverlauf mit Weinproduktionsanlagen legte etwas zu, obwohl der Markt aufgrund der weltweit sinkenden Weinproduktion leicht nachgab. Das Projektgeschäft mit Getränketechnologien erholte sich deutlich. Auch das Schweizer Handelsgeschäft mit Traktoren und Landmaschinen war vom weltweiten Rückgang in der Landwirtschaft betroffen, hielt sich jedoch gut und verteidigte erfolgreich die Marktposition. Ebenfalls einen guten Geschäftsverlauf verzeichnete die auf Automationslösungen spezialisierte Jetter. Bucher Specials verbesserte die Profitabilität markant aufgrund der besseren Auslastung der Kapazitäten sowie der Einführung von Massnahmen zur Effizienzsteigerung und Kostenkontrolle.

Aussichten 2017

Für das laufende Jahr rechnet der Konzern weiterhin mit ökonomischen Unsicherheiten. Kuhn Group geht von tiefen, aber stabilen Preisen für Ackerbauerzeugnisse aus. Ansteigende Milchpreise könnten die Nachfrage in der Fütterungstechnik leicht beleben. Die 2016 eingeleiteten Massnahmen zur Verbesserung der Profitabilität sollten sich im laufenden Jahr positiv auf Kuhn Group auswirken. Bucher Municipal erwartet eine stabile Nachfrage für Kommunalfahrzeuge. Der Wegfall der Einmalkosten aus dem Jahr 2016 und die Konzentration der Produktion von Kehrfahrzeugen in Grossbritannien und Lettland sollten die Profitabilität günstig beeinflussen. Bucher Hydraulics rechnet mit einer Marktentwicklung wie im Vorjahr und Bucher Emhart Glass geht von einer weiterhin lebhaften Nachfrage im Projektgeschäft aus. Bucher Specials erwartet einen höheren Umsatz bei den Getränketechnologien sowie bei den Automationslösungen von Jetter. Insgesamt rechnet der Konzern für das laufende Jahr mit einer leichten Umsatzsteigerung und einer verbesserten Betriebsgewinnmarge.

Dividende

Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung vom 19. April 2017 die Ausschüttung einer Dividende von CHF 5.00 pro Namenaktie. Der Antrag berücksichtigt eine kontinuierliche Dividendenpolitik sowie das Konzernergebnis 2016. Im Vorjahr betrug die Dividende CHF 5.50.

Generalversammlung

Am 19. April 2017 um 15.30 Uhr findet die ordentliche Generalversammlung der Bucher Industries AG im Hotel Mövenpick in Regensdorf statt. Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung, Philip Mosimann als Präsidenten sowie die bisherigen Mitglieder des Verwaltungsrats und des Vergütungsausschusses wieder zu wählen. Ernst Bärtschi (65), seit 2005 Mitglied des Verwaltungsrats und des Prüfungsausschusses, wird sich an der Generalversammlung 2017 nicht mehr zur Wiederwahl stellen. Weitere Anträge finden sich in der Einladung zur Generalversammlung, die am 17. März 2017 an die Aktionärinnen und Aktionäre verschickt wird. Die am 12. April 2017 im Aktienregister mit Stimmrecht eingetragenen Aktionärinnen und Aktionäre sind an der Generalversammlung stimmberechtigt. Aktien, die ab 13. April 2017 gehandelt werden, sind an der Generalversammlung 2017 nicht stimmberechtigt. Aktien, die ab 21. April 2017 gehandelt werden, sind nicht mehr dividendenberechtigt. Die Auszahlung der Dividende erfolgt am 25. April 2017. Der Geschäftsbericht 2016 von Bucher Industries ist ab 7. März 2017 und die Einladung zur Generalversammlung ab 17. März 2017 unter www.bucherindustries.com abrufbar. In gedruckter Form steht der Geschäftsbericht 2016 ab 7. März 2017 zur Verfügung.

Simply great machines

Bucher Industries ist ein weltweit tätiger Technologiekonzern mit führenden Marktstellungen in Spezialgebieten des Maschinen- und Fahrzeugbaus. Die Aktivitätsgebiete umfassen spezialisierte Landmaschinen, Kommunalfahrzeuge, Hydraulikkomponenten, Produktionsanlagen für die Glasbehälter Industrie, für die Wein- und Fruchtsaftherstellung sowie Automatisierungstechnik. Das Unternehmen ist an der Schweizer Börse kotiert (SIX: BUCN).

07.03.2017